17:32 22 September 2018
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    Lothar Matthäus (i.d.Mitte) beim Treffen mit jungen Fußballfans in Moskau

    Runde 2: Lothar Matthäus contra „Bild“ – Schlägt das Imperium zurück?

    © Sputnik / Wladimir Pesnya
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    Marcel Joppa
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    Der Schlagabtausch zwischen Lothar Matthäus und der „Bild“ geht in eine neue Runde. Nachdem der Ex-Nationalspieler auf Twitter einen Angriff des Blattes konterte, weil er sich mit Russlands Präsident Putin hatte ablichten lassen, droht Matthäus nun eine Geldstrafe. Doch Fans unterstützen den Ex-Fußballer und rufen zu einer Spendensammlung auf.

    Da ist wohl jemand ein schlechter Verlierer: Der ehemalige „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann hat sich in den Streit zwischen Lothar Matthäus und der „Bild“ eingeschaltet. Der Hintergrund: Dem Blatt gefiel es offenbar gar nicht, dass sich Lothar Matthäus am Rande der Fußball-WM 2018 mit Russlands Präsident Wladimir Putin ablichten ließ. Matthäus solle keine „blutigen Hände schütteln“, so die Überschrift des Artikels.

    Daraufhin hatte Matthäus auf Twitter wortlos ein Foto geteilt, das wiederum Ex-„Bild“-Chef Kai Diekmann und den stellvertretenden „Bild“-Chefredakteur Nikolaus Blome zusammen mit Wladimir Putin zeigt – ebenfalls händeschüttelnd. Dieser Konter erhielt im Netz überwältigende Zustimmung. Doch jetzt poltert Diekmann auf Twitter zurück, von einer Geldstrafe ist sogar die Rede:

    „Bild“-Kolumnist und Ex-Nationalspieler Matthäus solle für das Diekmann-Putin-Foto eine Strafe zahlen, da er keine Rechte an dem Schnappschuss habe. Das kommt bei der Twitter-Gemeinde gar nicht gut an. Diekmann erhält nun massig Gegenwind: „Kai, hol doch mal kurz Luft“, notiert ein User. Ein anderer User schreibt: „Ach Kai, hättest Du jetzt geschwiegen.“ Auch wird Matthäus immer wieder finanzielle Unterstützung angekündigt.

    Doch nun geht Diekmann unter die Gürtellinie: Auf den Spendenaufruf antwortet er zunächst mit: „Wie, der ist also nicht selbst dran??? Das wäre unfair von euch!“ Und als ein Twitter-User darauf aufmerksam macht, dass Matthäus die mögliche Geldstrafe sicher locker aus eigener Tasche bezahlen könne, legt Diekmann weiter nach: „Der ist nach dieser Aktion gar nicht pleite????“

    Und Lothar Matthäus selbst? Der schweigt weiter zu seinem Twitter-Kommentar. Jedoch veröffentlichte er – ebenfalls auf Twitter – einen vielsagenden Eintrag. Dort geht er zwar nicht direkt auf die Vorwürfe der „Bild“ ein, aber er schreibt: „Politik und Sport lassen sich nicht trennen, aber für uns Sportler zählt nur der friedliche und faire Wettkampf. Die Menschen in Russland haben eine fantastische WM organisiert.“

    Welche Konsequenzen der Streit für Matthäus letztendlich haben wird, ist noch unklar. Eine offizielle Stellungnahme der „Bild“ gibt es noch nicht. Der Ex-Nationalspieler kann sich jedoch sicher sein: Die Fans werden weiter zu ihm halten. Und die „Bild“ hat einmal mehr bewiesen, dass Doppelmoral ein beliebtes Werkzeug des Blattes ist.

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    Handschlag, Kritik, Twitter, Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland, Fußball-WM 2018, Bild, Lothar Matthäus, Kai Diekmann, Julian Reichelt, Wladimir Putin, Deutschland, Russland