03:33 13 November 2018
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    ein Wolf (Symbolbild)

    Nach „Mafiamord“: Kopfgeld auf Wolfskiller ausgesetzt

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    Panorama
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    Matthias Witte
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    10.000 Euro Belohnung: So viel Geld hat der Verein „Wolfsschutz-Deutschland“ ausgesetzt, um den grausamen Tod eines Wolfes aufzuklären. Den Kadaver des Tieres fand ein Spaziergänger in Sachsen.

    Der tote Wolf lag am Ufer des Tagebausees Mortka im Kreis Bautzen. Nach Angaben des Büros „Wölfe in Sachsen“ hatte das einjährige Tier Schusslöcher an der Brust und einen Strick um den Bauch, an dem ein Betongewicht befestigt war. Der Kadaver sollte offenbar versenkt werden und nicht wieder auftauchen.

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    „Mafiamethode“ nennt Brigitte Sommer dieses Vorgehen. Sie ist Vorsitzende des Vereins „Wolfsschutz-Deutschland“. Die Journalistin und Fotografin betrachtet sich und ihre Mitstreiter als Anwälte für Wölfe. Sie wollen solche Verbrechen an den Tieren wie das in Sachsen nicht ungesühnt lassen. 7000 Euro haben Frau Sommer und ihre Mitstreiter gesammelt und als Belohnung für Hinweise ausgelobt.

    Am Donnerstag wurde der Betrag noch erhöht:

    „Ich habe eine Mail von einem Jäger bekommen, der weitere 3000 Euro drauflegen möchte. Er schrieb, er sei pro Wolf eingestellt und empfinde diese Tat als eine Ungeheuerlichkeit.“

    Jetzt hoffen die Wolfschützer, dass möglichst viele Hinweise bei der Polizei eingehen. Der Kadaver wurde bereits am 10. Juni am See entdeckt. Der Verein „Wolfsschutz-Deutschland“ hat zudem selbst Anzeige bei der Staatsanwaltschaft eingereicht.

    Acht getötete Wölfe in Sachsen

    Der Fall aus Sachsen ist nicht der erste dieser Art. „Im Schluchsee in Baden-Württemberg wurde vergangenes Jahr ein Wolf gefunden. Er ist ebenfalls erschossen worden und wurde danach im See entsorgt“, berichtet Sommer.

    Allein in Sachsen seien acht Wölfe illegal zu Tode gekommen. Einer wurde laut der Wolfsschützerin absichtlich überfahren und die anderen erschossen. Außerdem habe es in Polen einen ähnlichen Fall wie in Sachsen gegeben. Dort wurde ein Wolf mit Gewichten in der Neiße versenkt. „Diese beiden Fälle liegen dicht beieinander“, erklärt Sommer. Ob es einen Zusammenhang gibt, ist unklar. Möglicherweise gehen mit Hilfe der Belohnung Hinweise bei der Polizei ein.

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    Das komplette Interview mit Brigitte Sommer zum Nachhören:

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    Tags:
    Mord, Hinweise, Schutz, Wolf, Belohnung, Jäger, Baden-Württemberg, Sachsen, Deutschland