10:51 18 August 2018
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    Aliens (Symbolbild)

    Botschaften ins All: Locken wir feindselige Aliens zur Erde?

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    Bolle Selke
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    Verschiedene Projekte senden Botschaften ins All, um mögliche Außerirdische zu erreichen. Sollten diese Botschaften empfangen werden, enthalten sie häufig auch Informationen, um extraterrestrischen Wesen den Weg zu unserem Planeten zu weisen. Doch auch kriegerische Aliens könnten diese Nachrichten anlocken.

    Unter der Führung von Großmoff Tarkin zerstörte der erste Todesstern im Film „Krieg der Sterne“ von 1977 den Planeten Alderaan. Übrig blieb nur ein Trümmerfeld, dem der Name Grabstätte gegeben wurde. Könnte der Menschheit ähnliches widerfahren? Könnte eine aggressive hochentwickelte Alien-Rasse unseren Planeten Erde angreifen?

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    Stephen Hawking warnte 2010 davor, Aliens auf uns aufmerksam zu machen. In einer TV-Produktion des Discovery Channels sagte der weltbekannte Physiker:

    „Ich stelle mir vor, dass sie in riesigen Raumschiffen existieren und alle Ressourcen ihres Heimatplaneten aufgebraucht haben. Solche fortschrittlichen Aliens wären vielleicht Nomaden, die Ausschau nach anderen Planeten halten, um diese zu erobern und zu kolonisieren.“

    Ein Treffen mit Aliens könnte Hawking zufolge ablaufen wie einst das Treffen der Ureinwohner Nordamerikas mit Christoph Columbus.

    Am 16. November 1974 wurde die Arecibo-Botschaft vom puerto-ricanischen Arecibo-Observatorium ins All gesendet. Die Botschaft enthält binär codierte Informationen – auch über die Herkunft des Signals. Der Astronom und Physiknobelpreisträger Martin Ryle brachte deshalb im selben Jahr bei der IAU (Internationale Astronomische Union) eine Beschwerde ein und forderte, alle weiteren Botschaften zu unterlassen.

    Selbst das einfache Empfangen von Botschaften aus dem All wiederum könnte gefährlich für die Menschheit werden. Michael Hippke von der Sternwarte Sonneberg und John G. Learned von der University of Hawaii warnten in einer Veröffentlichung auf „ArXiv“, dass eine komplexe außerirdische Nachricht Schadsoftware, ja sogar eine künstliche Intelligenz enthalten könnte. Die Forscher empfehlen deshalb, keine komplexen Computerprogramme zu versenden. Ankommende Botschaften sollten wir angesichts des potenziellen Nutzens trotzdem lesen.

    Anders sieht das zum Beispiel Anders Sandberg von der University of Oxford. Der Zukunftsforscher kommt zum Schluss, dass wir mit einer Wahrscheinlichkeit von mindestens 53 Prozent und vielleicht sogar 99,6 Prozent die einzige intelligente Zivilisation in der Milchstraße sind, sagt aber in einem TEDx-Vortrag:

    „Wir sind für das Leben und das Bewusstsein im Universum verantwortlich … Wir können die Sterne mit Leben füllen.“

    Grundsätzlich lassen sich die Astronomen und Physiker bei dem Thema grob in zwei Lager aufteilen: Die einen stehen einem Kontakt mit Außerirdischen positiv gegenüber, die anderen teilten eine pessimistische Auffassung.

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    Auf dem Online-Wissenschaftsportal „Spektrum.de“ bezieht sich der Wissenschaftsphilosoph Alexander Mäder auf Hawkings Columbus-Vergleich. Das bringt ihn allerdings zu einem weiteren Umkehrschluss:

    „In Stephen Hawkings Warnung steckt noch ein zweites Argument gegen die aktive Suche nach Außerirdischen: Mit dem Hinweis auf die Kolonisierung Nord- und Südamerikas stößt er uns auf die Frage, wie wir Menschen auf den ersten Kontakt reagieren würden … Die Moral von der Geschichte: Aliens der Galaxis, hört nicht auf diese Zivilisation!“

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    Tags:
    Außerirdisches Leben, Star Wars, Aliens, Angriff, Konflikt, Botschaft, Stephen Hawking, Erde, Weltraum
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