02:56 20 September 2018
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    Migranten und Flüchtlinge in Europa (Archiv)

    Migrationsteufelskreis: Immer mehr Menschen reisen mit gekauften Ausweisen in EU ein

    © AFP 2018 / SAKIS MITROLIDIS
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    Flüchtlinge bieten in sozialen Medien Ausweispapiere von EU-Staaten, darunter vor allem aus Deutschland, zum Verkauf an. Mit diesen versuchen immer mehr Menschen illegal nach Europa einzureisen, schreibt die Zeitung „Bild am Sonntag“.

    Demzufolge wurden die Dokumente über geschlossene Facebook-Gruppen verkauft. In einer arabischen Gruppe mit dem Namen „Die umgekehrte Auswanderung aus Europa in die Türkei“ sei beispielweise ein deutscher Ausweis „plus Gesundheitskarte“ für 1400 US-Dollar (rund 1130 Euro) annonciert. Manche Anbieter würden ein Passfoto posten – denn der Betrug könne ohne eine Ähnlichkeit zwischen Anbieter und Käufer der Papiere kaum gelingen.

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    Die Dokumente sollen meistens in Griechenland oder der Türkei übergeben werden, wo sich immer noch arabische Flüchtlinge befinden. Mit den gekauften Papieren wollten sie auf eine „legale“ und damit weniger gefährliche Weise in die EU kommen.

    Bereits im April berichtete der „Spiegel“, dass immer mehr Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak Europa verlassen und anschließend ihre deutschen Ausweispapiere verkaufen würden. „Insbesondere deutsche Reisedokumente werden in den sozialen Medien zum Verkauf angeboten“, zitierte das Nachrichtenmagazin die Bundespolizei.

    Allein 2017 seien „an griechischen Flughäfen 1682 Ausweismissbräuche im Zusammenhang mit geplanten Reisebewegungen in andere EU-Staaten und davon allein 1418 nach Deutschland (somit über 84 Prozent)“ festgestellt worden, berichtet das Blatt unter Berufung auf die Bundespolizei. Außerdem sei in diesem Deliktbereich von einem „nicht näher zu beziffernden Dunkelfeld“ auszugehen.

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    Flüchtlinge, Ausweis, Auswanderung, Papiere, Verkauf, Migranten, Der Spiegel, Facebook, EU, Europa, Syrien, Irak, Deutschland