20:11 16 Oktober 2018
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    Nutella (Symbolbild)

    Grüne wollen Werbeverbot von Nutella: Bevormundung des Bürgers?

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    Panorama
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    Marcel Joppa
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    Zur Fußball-WM hat Ferrero intensiv für seinen Brotaufstrich Nutella geworben. Dass gefiel anscheinend einigen Grünen-Politikern so gar nicht. Sie haben Beschwerde beim Deutschen Werberat eingereicht und wollen die TV-Spots nun verbieten lassen. Riecht das Ganze wieder mal nach einer grünen Bevormundung der Bürger?

    Ist Nutella gesund? Diese Frage würde wohl kein Mensch ernsthaft mit ja beantworten. Die Nuss-Nougat-Creme besteht nicht nur zu einem großen Teil aus Zucker, sondern wird auch noch aus dem umweltschädlichen Palmöl hergestellt. Ob man sich dennoch ein Glas des Brotaufstrichs auf den Frühstückstisch stellen möchte, ist jedem selbst überlassen.

    Renate Künast fordert Verbot

    Einige Grünen-Politiker denken aber, es könnte fälschlicherweise der Eindruck entstehen, Nutella könne gar gesund für Kinder und Jugendliche sein. Was auf den ersten Blick abwegig erscheint, sehen die Grünen-Bundestagsabgeordneten Renate Künast und Harald Ebner anders. Sie fordern: „Rote Karte für Nutella von Ferrero.“

    In einem Beschwerdebrief begründen sie, warum die Werbung des Süßigkeitenherstellers Ferrero ihrer Meinung nach gegen den Kodex für Werbung von Lebensmitteln verstoße. Bei einer Sammelpunkte-Aktion sei beispielsweise für einen Gratis-Fußball der Kauf von 35 Gläsern Nutella nötig gewesen. Das entspreche „15,75 Kilogramm Nuss-Nougat-Creme, neun Kilogramm Zucker, fünf Kilogramm Fett, 85.000 Kilokalorien und 97,65 Euro“.

    Werbung versus Realität

    In diversen TV-Werbungen werde Nutella als ein „geeigneter Frühstücksaufstrich“ beworben, dabei sei er übermäßig zuckerhaltig und würde das Risiko von Übergewicht erhöhen. Ach was, wirklich? Gibt es tatsächlich irgendwo in diesem Land einen Supermarktkunden, der grübelnd in der Gemüseabteilung steht und am Ende entscheidet, für den täglichen Vitaminbedarf lieber ein Glas Nutella zu kaufen?

    Die TV-Werbung von Nutella würde vor allem Kindern suggerieren, Nutella habe irgendetwas mit „sportlich-aktiv-gesund“ zu tun, schreiben die Grünen in ihrem Brief an den Deutschen Werberat. Konsequenterweise müssten Künast und ihre Parteikollegen dann auch das Werbeverbot von McDonalds, Coca Cola, oder der BiFi-Salami fordern, doch wohin würde das führen?

    Weitere grüne Verbots-Ideen

    Es ist nicht der erste Vorstoß von Grünen-Politikern, mit denen die Partei über das Ziel hinaus prescht: Das Urlaubsflugverbot, der „Veggie-Day“ in Kantinen, oder die Forderung von Unisextoiletten – Ideen, die in der Bevölkerung auf geteiltes Echo stoßen. Auch wollten die Grünen in der Vergangenheit ein Werbeverbot von Geländewagen erreichen. Ebenfalls sollen nach dem Willen der Partei Heizpilze, Zigarettenautomaten und Motorroller am besten von der Bildfläche verschwinden.

    Sollte nicht eher in Aufklärung investiert werden als in Bevormundung? Ein Produkt einfach zu verbieten, behebt nicht die Nachfrage. Für ein Produkt nicht mehr zu werben, verbannt es nicht aus den Regalen. Und eine Beschwerde der Grünen beim Deutschen Werberat ruft eher ein Schmunzeln als ein Nachdenken hervor. Nein, Nutella ist kein gesundes Bio-Produkt für den sportlichen Alltag. Aber wer das ernsthaft denkt, dem ist auch von Renate Künast nicht mehr zu helfen.

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    Tags:
    Jugendliche, Kinder, Schaden, Schokolade, Zucker, Gesundheit, Verbot, Nutella, Bündnis 90/Die Grünen, Die Grünen, Renate Künast, Deutschland