08:04 22 August 2018
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    Alkoholmissbrauch in USA: Weltwirtschaftskrise „schlägt auf die Leber“ – Forscher

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    In den USA ist die Zahl der Todesfälle durch chronische Lebererkrankungen drastisch gestiegen. Das geht aus einem von US-Forschern im Fachmagazin „British Medical Journal“ veröffentlichten Bericht hervor.

    Die Forscher Elliot Tapper und Neehar Parikh von der Universität Michigan wiesen darauf hin, es sei 2009 – ein Jahr nach dem Beginn der Weltwirtschaftskrise – zu einem deutlichen Anstieg gekommen, was nur schwer ein Zufall sein könnte. 

    Die Forscher analysierten die Daten von 600.000 erwachsenen US-Bürgern, die im Zeitraum von 1999 bis 2016 verstorben waren. Dabei wurden auch die Angaben über Geschlecht, Alter, ethnische Zugehörigkeit und Wohnort erfasst. Laut den Wissenschaftlern sind die Todesfälle infolge einer Leberzirrhose von 20.661 im Jahr 1999 auf 34.174 im Jahr 2016 gestiegen, das heißt um 65 Prozent. Die Zahl der Sterbefälle durch Leberkrebs habe sich in demselben Zeitraum von 5.112 auf 11.073 fast verdoppelt.   

    Krebszellen
    © Foto : National Cancer Institute
    Die Sterberate an Leberzirrhose bei Männern sei um das Doppelte höher als bei Frauen gewesen, und Männer seien viermal öfter an Leberkrebs gestorben. Ab 2009 habe es den größten Anstieg an Zirrhose-Todesfällen (um elf Prozent jährlich) in der Gruppe der jungen Männer im Alter von 25 bis 34 Jahren gegeben. Regional betrachtet seien die US-Bundesstaaten Kentucky, New Mexico und Arkansas am meisten betroffen worden.           

    Den US-Forschern zufolge könnte die globale Wirtschaftskrise von 2008 und der folgende Konjunkturabschwung in den Vereinigten Staaten eine bedeutende Rolle bei dieser negativen Entwicklung gespielt haben. Arbeitslosigkeit soll besonders häufig zu Alkoholmissbrauch unter jungen Männern geführt haben. Damit könnte auch die höchste Zunahme der Sterberaten durch Zirrhose und Leberkrebs unter jungen Männern erklärt werden, so die Wissenschaftler.      

    Das Forscher-Team unterstrich jedoch, aus dieser Studie würden sich keine eindeutigen Konsequenzen über Ursache und Wirkung ergeben. Das könnte unter anderem darauf zurückzuführen sein, dass die Totenscheine ungenau ausgefüllt worden seien. Wegen des bedeutenden Anstiegs der Todesfälle an Lebererkrankungen in einzelnen US-Bundesstaaten solle die Ursachenforschung intensiviert werden, so die Forscher.

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    Tags:
    Leber, Sterben, Forscher, Studie, Bericht, Entwicklung, Alkohol, Wirtschaftskrise, Arkansas, New Mexico, Kentucky, Michigan, USA