18:56 10 Dezember 2018
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    Deutsche Polizisten im Zentrum für internationale polizeiliche Zusammenarbeit während der Fußball-WM 2018

    Die Welt studiert die Sicherheitserfahrung bei der WM 2018

    © Sputnik / Ewgenij Odinokow
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    Natalia Pawlowa
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    Die FIFA- Fußballweltmeisterschaft in Russland war nicht nur dopingfrei, sondern es gab auch keine Verletzungen der öffentlichen Ordnung. Russland wird diese Erfahrungen an Katar – das Gastgeberland der WM-2022 – weitergeben.

    Das speziell für die WM-2018 eingerichtete Zentrum für internationale polizeiliche Zusammenarbeit, das Polizisten aus den Teilnehmerländern der WM-2018 und aus Katar vereinigt hatte, hat gute Erfahrung gesammelt.

    Polizisten aus verschiedenen Ländern halfen den Fans bei der Lösung von Problemen und sprachen mit ihnen in ihrer Muttersprache, wodurch sich die Fans wie zu Hause fühlten.

    Laut Gabriele Garthöffner von der Deutschen Polizei Gewerkschaft begrüßten ihre Kollegen und sie die deutschen Fans, informierten sie, lösten Probleme, wie etwa beim Verlust einer FAN ID oder eines Tickets für das Spiel. Als die Fans aus Deutschland ihre Landsleute sahen, waren sie sehr überrascht, fühlten sich aber wie zu Hause.

    Zusammen mit anderen Polizisten aus 30 Ländern wurde Garthöffner für das Zentrum für internationale polizeiliche Zusammenarbeit ausgewählt, das die Sicherheit der WM gewährleisten sollte.

    „Dies war unser Zeichen des Entgegenkommens für die Polizisten der Teilnehmerländer der Weltmeisterschaft, damit sie Russland  besuchen, Fans aus ihren Ländern helfen, sich wohl und sicher fühlen und ihre Mannschaften während des Spiels unterstützen konnten", sagte Roman Asjawin, Leiter des Zentrums für internationale polizeiliche Zusammenarbeit.

    Die Polizisten sind überzeugt: Man hätte die meisten Probleme mit den Fans auch bei anderen Weltmeisterschaften verhindern können, wenn dort ähnliche Zentren eingerichtet worden wären. In Russland wurden  Zusammenstöße bereits vor dem Turnier verhindert. Geheimdienste anderer Länder wollen nun diese Erfahrung übernehmen.

    Laut Bundespolizei-Chef  Dieter Romann konnte die Einführung der FAN ID als Ersatz für das Visum viele potentielle Rowdys ausfiltern. Aggressive Fans, die ins Visier der deutschen Polizei gerückt waren, haben einfach keine FAN ID bekommen. Wenn sie versuchten, auf Umwegen wie etwa durch Istanbul, Riga oder Tallinn in Russland einzudringen, wurden russische Geheimdienste von der deutschen Polizei sofort darüber informiert, so Dieter Romann.

    Auf diese Weise konnte die russische Polizei in St. Petersburg übrigens Rodrigo Vicentini Dinardli verhaften, dem in seiner Heimat Brasilien bewaffnete Überfälle vorgeworfen werden. Als er mit gefälschten Dokumenten in Russland ankam, wurde er vom Gesichtserkennungssystem identifiziert, allerdings erst im Stadion. Russische und brasilianische Geheimdienste hielten ihn fest, er durfte jedoch bis zum Ende des Spiels zwischen Brasilien und Costa Rica im Stadion bleiben.

    Nach Worten der Mitarbeiter des Zentrums handelte es sich jedoch meistens um banale Vorfälle. Carla Rodriguez,  Polizistin aus Uruguay:

    „Das größte Problem im Stadion ist Alkohol. Fans, vor allem aus Lateinamerika, tranken viel und verloren die Kontrolle über sich selbst. Sie versuchten in andere Sektoren einzudringen, schimpften und verloren ihre Dokumente. Aber das sind Einzelfälle. In der Gesamtmasse der Fans war es sogar unauffällig.“

    Wie der russische Innenminister Wladimir Kolokolzew in einem Rapport an Präsident Putin sagte, „gab es während des Turniers  keine ernsthaften Vergehen, und die Polizei hat höflich und behutsam gehandelt.“

    Die Organisatoren der nächsten Weltmeisterschaften, wie etwa in Katar, sind bereit, die neuen Erfahrungen zu übernehmen. Polizisten aus diesem Land wurden in Russland ebenfalls eingesetzt, obwohl ihre Mannschaft nicht an der WM teilnahm.

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    Tags:
    Zusammenarbeit, Sicherheit, Polizei, Fußball-WM 2018, FIFA, Moskau, Russland