06:01 16 November 2018
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    Bundeswehr-Soldat bei Manöver Saber Junction 2016 (Archivbild)

    Bundeswehr will Waffen-Ersatzteile aus 3D-Drucker – Waffennarren und Kriminelle auch

    CC BY 2.0 / 7th Army Training Command / U.S. Army/ Spc. Lloyd Villanueva
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    Andreas Peter
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    Die Technologie der 3D-Drucker ist nicht mehr zu stoppen. Jetzt will auch die Bundeswehr ihre Ersatzteil-Probleme mit 3D-Druckern lösen und erhält Rückendeckung durch ihre Ministerin. Die Bundeswehr heizt damit aber eine gefährliche Entwicklung mit an. Denn weltweit versuchen Waffennarren und Kriminelle, sich auf diese Weise zu bewaffnen.

    Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat bei einem Besuch im Bundeswehr-Logistikkommando Erfurt ihre Unterstützung zugesagt, Ersatzteile für Auslandseinsätze künftig vor Ort mit 3D-Druckern zu beschaffen. Die Umsetzung ist wohl nur eine Frage der Zeit.

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    Bundeswehr will Waffen-Ersatzteile aus 3D-Drucker – Waffennarren und Kriminelle auch

    Seit Jahren forscht die Universität der Bundeswehr dazu. Vergangenes Jahr berichtete die Bundeswehr stolz über das Erreichte. Zum Beispiel über den Ausdruck eines Ersatzteils für das Fahrwerk des Kleinpanzers Wiesel. Mit einem Laser aus feinen Schichten von Metallpulver verschweißt. Ingenieur Wolfgang Kreuzer sprach zwar noch von Problemen:

    „Da dieses Bauteil so groß ist, dass es für viele Drucker nicht druckbar ist, wurde das in zwei Teilen gedruckt, wurde geschweißt. Und anschließend müssen alle Passflächen dieses Bauteils nachbearbeitet werden, gedreht, gefräst, was also sehr, sehr aufwendig ist.“

    Aber er rechnete mit drei bis fünf Jahren, bis auch Ersatzteile für Flugzeuge oder Panzer gedruckt werden können.

    Ob sie will oder nicht: Die Bundeswehr leistet mit ihrer Forschung einer besorgniserregenden Entwicklung Vorschub. Weltweit arbeiten Waffennarren und Kriminelle fieberhaft daran, Erkenntnisse wie die der Bundeswehrforscher für ihre eigenen Waffenträume auszunutzen. Vor allem in den USA. Natürlich immer mit dem Standardargument, ein US-Bürger habe das Recht, sich zu bewaffnen, um sich und seine Familie zu schützen. Warum dazu automatische Präzisionswaffen benötigt werden, kann niemand logisch erklären. Aber genau in diese Richtung gehen Aktivitäten wie jene, die jetzt von der US-Internet-Plattform „Wired“ gezeigt wurden. Mit 3D-Druckern wird beinahe jede beliebige Waffe reproduziert.

    Das erklärte Ziel des vorgestellten Aktivisten Cody Wilson ist längst nicht mehr der Eigenschutz. Wilson gibt zu, sein Ziel ist, so viele Waffen und Waffenteile wie möglich als Druckvorlagen im Internet frei verfügbar zu machen. Leider unterstützten US-Gerichte seine Träume. Wilson jubelt, das sei das Ende der Waffenkontrollen. Er nimmt ausdrücklich in Kauf, dass auch psychisch auffällige Menschen oder Gewaltkriminelle so leichter Waffen bekommen könnten. Es gebe nun mal schlechte Menschen, aber das werde ihn nicht stoppen. In den letzten fünf Jahren fanden zwei Amokläufe mit mehreren Ermordeten in den USA statt, die mit Waffen aus privaten 3D-Druckern verübt worden waren, hergestellt mit Vorlagen und Anleitungen aus dem Internet.

    Natürlich ist es mit der 3D-Technologie wie mit jeder anderen: Sie kann und wird missbraucht werden. Wie immer ist es aber auch so, dass jeder, der auf kritische Aspekte einer neuen Technologie hinweist, umgehend als Technik- und Fortschrittsfeind beschimpft wird.

    Vielleicht wird der Mensch ja wirklich nur durch Schaden klug.

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    Tags:
    Schusswaffen, Ersatzteile, Details, 3D-Drucker, Anstieg, Gefahr, Amoklauf, Kriminalität, Waffenhandel, Waffen, Verteidigungsministerium Deutschlands, Bundeswehr, Ursula von der Leyen, Deutschland