15:17 15 November 2018
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    Blauhelme in der Zentralafrikanischen Republik - Uno verurteilt den Angriff

    Journalistentod in ZAR: Keine Folterspuren oder doch zu Tode gequält?

    © REUTERS / Baz Ratner
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    Bei der Untersuchung der in der Zentralafrikanischen Republik getöteten russischen Journalisten sollen keine Folterspuren nachgewiesen worden sein, wie die amtliche Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sachrowa, unter Berufung auf einheimische Ärzte sagte. Denen zufolge seien nur Schusswunden festgestellt worden.

    Orchan Dschemal, Alexander Rastorgujew und Kirill Radtschenko waren am Dienstag tot aufgefunden worden. Sie hatten im Auftrag des „Zentrums für Ermittlungssteuerung“ des früheren russischen Öl-Oligarchen Michail Chodorkowski in der ZAR gearbeitet und einen Dokumentarfilm gedreht. Am Sonntag sollen sie sich zum letzten Mal gemeldet haben.

    Mehrere afrikanische Nachrichten-Webseiten haben in diesem Zusammenhang zwei Fotos veröffentlicht. Eines davon zeigt den russischen Journalisten Maxim Schewtschenko und die Leiterin der  Webseite mbk.media, Weronika Kuzyllo, bei der Identifizierung der Leichen von Dschemal und Rastorgujew. Wie der Kriminalexperte Sergej Mjatjugin nach der Einsichtnahme der Fotos gegenüber Sputnik sagte, seien Folterspuren bei den Leichen zu sehen.

    Erste Informationen über drei tote Männer mit Presseausweisen, die vermutlich aus Russland gekommen seien, waren am Dienstagnachmittag eingegangen. Später wurde laut einer Insider-Quelle mitgeteilt, dass bei den Toten ungültige Medienausweise entdeckt wurden. Nach Angaben des russischen Außenministeriums waren die Journalisten mit Touristenvisa in die ZAR gekommen.

    Das Ziel des Angriffs auf die Journalisten ist bis jetzt nicht festgestellt. Eine der möglichen Versionen lautet auf Raub. Laut einem einheimischen Beamten seien die Journalisten von etwa zehn Arabisch sprechenden Personen angegriffen worden.

    Am 30. Juli waren in der Zentralafrikanischen Republik die russischen Bürger Kirill Radtschenko, Alexander Rastorgujew und Orchan Dschemal getötet worden. Sie hatten ungültige Presseausweise verschiedener Medien bei sich.

    Das russische Außenministerium soll unter anderem bei der Überführung der sterblichen Überreste der russischen Bürger in ihr Heimatland Beistand leisten. Das Ermittlungskomitee leitete zu diesem Fall ein Strafverfahren nach dem Artikel „Mord“ ein.

    Die Situation in der ZAR hatte sich im Jahr 2013 verschlechtert, als die Rebellenkoalition „Seleka“ Präsident François Bozizé gestürzt hatte. Den Oppositionellen stehen die christlich gesinnten Formationen „Anti-Balaka“ gegenüber. Nach UN-Angaben sind seit dem Ausbruch des Konflikts mehr als 1000 Menschen getötet worden. Etwa eine Million mussten ihre Häuser verlassen.

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    Fotos, Tote, Journalisten, Außenministerium, Zentralafrikanische Republik, Russland