05:11 17 Oktober 2018
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    Krim-Brücke: Einzelheiten über den Bau ihres Eisenbahnteils offenbart

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    Bei der Projektierung der Verkehrsader über die Straße von Kertsch wurden die schwierige Geologie, Natur- und Klimabedingungen berücksichtigt, die Eisenbahngleise werden lückenlos verlegt und einem Erdbeben der Stärke neun trotzen können. Dies erklärte der Vize-Generaldirektor des Hauptauftragnehmers für den Bau der Krim-Brücke, Leonid Ryschenkin.

    Wie Ryschenkin im Gespräch mit dem TV-Sender RT erzählte, hat der Bau des Eisenbahnteils der Krim-Brücke jetzt  seine höchste Intensität erreicht. „Die Arbeit ist auf der  ganzen Länge der Strecke im Gange – auf allen 19 Kilometern, auf den acht Streckenabschnitten über dem Meer und auf dem Festland“, ergänzte er.

    „In knapp 30 Monaten haben wir alle Stahlpfähle eingerammt, haben 295 der insgesamt 307 Eisenbahnstützen mit einer Höhe von fünf bis 35 Metern formiert, mehr als 110.000 Tonnen der insgesamt 160.000 Tonnen schweren Metallkonstruktionen des Tragwerks montiert. Sie sind schwerer und komplizierter als die für den Autoverkehr“, so Ryschenkin.

    Seit Juli sei ihm zufolge die Montage des Eisenbahnoberbaus auf bereits fertiggestellten Abschnitten des Brückendecks im Gange. Es werde eine zweigleisige Eisenbahnstrecke für den Reise- und Güterzugverkehr zwischen dem Kuban-Gebiet und der Krim  sein, teilte er mit.

    „Wir arbeiten mit gewalzten Schienen aus russischer Produktion. Das sind standardmäßige wärmebeständige Schienen des Typs R65, die sich in unserem Land bereits gut bewährt haben. Die Projekteure wählten sie unter Berücksichtigung des Betriebsregimes der Brücke“, fuhr er fort.

    Die Eisenbahnstrecke über die Krim-Brücke über die Straße von Kertsch ist für Züge mit einer Masse von bis zu 7100 Tonnen berechnet. Reisezüge werden sie mit einer Geschwindigkeit von bis zu 120 Stundenkilometern passieren, Güterzüge – mit bis zu 80 Stundenkilometern. Dies bei Temperaturen von  minus 27 Grad bis plus 57 Grad Celsius. Die Durchlassfähigkeit soll etwa 47 Zugpaare pro Tag betragen.

     „Die Brücke über die Straße von Kertsch ist mit ihren 19 Kilometern die längste in Russland und Europa. Die Naturbedingungen im Baugebiet sind sehr schwierig und auf der ganzen Strecke unterschiedlich. Ein jeder Bauabschnitt hat eigene Bedingungen und erfordert deshalb entsprechende Projektlösungen“, so Ryschenkin.

    Die tragfähigen Bodenschichten liegen in den Abschnitten mal näher oder tiefer zur Oberfläche, sodass die Pfähle entweder eingerammt oder eingedreht werden müssen.

    „Da waren starke Pfähle in Form von Rohren mit fast 1,5 Metern Durchmesser und bis zu 40 Millimetern Wanddicke erforderlich. Sie wurden bis in eine Tiefe von maximal 105 Metern niedergebracht, die einzelnen Sektionen miteinander verschweißt, und das unter dem erforderlichen Winkel bis zur vorgesehenen Tiefe. Wir haben mehrere Tausend solcher Pfähle in den Boden gebracht“, erzählte Ryschenkin.

    Er betonte, dass dies zum Teil unter schwierigen Witterungsbedingungen und bei schwerem Seegang geschehen sei. „Im vergangenen Winter zählten wir fast 800 Stunden Sturm, die Windböen erreichten 23 Meter pro Sekunde“, ergänzte er. Den ersten Pfahl habe man unter solchen Bedingungen 25 Tag statt der geplanten drei Tage eingerammt. Dann habe man den Prozess optimieren und ihn beschleunigen können – bis auf 24 Stunden je Pfahl, das aber nicht zu Ungunsten der Qualität.

    Indessen bricht  die Intensität des Autoverkehrs über die Krim-Brücke immer wieder Rekorde. Anfang August passierten mehr als 32.400 Fahrzeuge an einem Tag die Brücke in beide Richtungen.

    Die russischen Behörden hatten sofort nach der Wiedervereinigung der Krim mit Russland im Jahr 2014 die Entscheidung über den Bau der Krim-Brücke getroffen. Am 16. Mai 2018 wurde sie für den Autoverkehr eröffnet.

    Die Krim hatte sich nach dem Referendum vom März 2014 von der Ukraine losgelöst und war am 18. März auf Wunsch ihrer Bevölkerung in den Staatsverband Russlands aufgenommen worden. Die Ukraine betrachtet die Halbinsel weiterhin als ihr Territorium, das „zeitweise okkupiert“ ist. Russlands Präsident Wladimir Putin zufolge ist das Problem der Krim ein für alle Mal gelöst.

     

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    Einzelheiten, Krim-Brücke, Bau, RT, Leonid Ryschenkin, Schwarzmeer-Halbinsel Krim, Russland