22:03 14 Dezember 2019
SNA Radio
    Tschernobyl-Sperrzone

    Monster-Welse und gute Mensen: Blogger teilt obskure Details über Tschernobyl - FOTOs

    © Sputnik / Igor Kostin
    Panorama
    Zum Kurzlink
    2653
    Abonnieren

    Der weißrussische Blogger Maxim Mirowitsch hat via Twitter eine Reihe von wenig bekannten Fakten über das Leben in der Tschernobyl-Sperrzone veröffentlicht. Er selbst hat das Gebiet viermal besucht.

    Tschernobyl sei keine verlassene Stadt, merkt Mirowitsch an.

    „In der Stadt Tschernobyl gibt es keine Zivilbevölkerung, aber es gibt viele Arbeiter der (Einrichtungen der – Anm. d. Red.) Sperrzone – sie treiben Schichtarbeit und leben in Wohnheimen. Die Heime befinden sich in ehemaligen Wohngebäuden“, erklärt der Blogger.

    Außer den Sperrzonen-Mitarbeitern wohnen dort auch einige „Samosely“ (dt. Selbstsiedler), die nach der Evakuierung des Gebiets in ihre Heime zurückgezogen waren und dort illegal wohnen.

    In der Stadt existieren mehrere Lebensmittelgeschäfte, die laut Mirowitsch einem sowjetischen Dorfkonsum ähneln, und sogar eine Herberge, die angeblich kostenloses Wi-Fi anbietet.

    Eine angenehme Überraschung für den Blogger sei die Mensa der AKW-Mitarbeiter gewesen.

    „Vor allem essen dort die Mitarbeiter des AKW Tschernobyl, aber auch die gelegentlichen Touristen. Um in den Speisesaal zu gelangen, müssen Sie durch einen speziellen Rahmen gehen, der Sie nicht hereinlässt, wenn Sie radioaktive Partikel auf der Kleidung haben. Das Essen in der Mensa ist sehr sättigend und lecker“, erzählt Mirowitsch.

    Zudem berichtete er über den „schrecklichsten“ Ort der Stadt Pripjat – nämlich den Krankenhauskeller, wohin die Feuerwehrleute am Tag der Katastrophe ihre bestrahlten Uniformen geworfen hätten.

    „Der schrecklichste Ort in Pripjat war und bleibt der Keller des MSC-126 – des Krankenhauses, wohin in den ersten Stunden nach der Havarie Feuerwehrleute und AKW-Mitarbeiter gebracht wurden. In den Krankenhauskeller wurde die Kleidung und Ausrüstung der Feuerwehr gebracht, die Cäsium, Strontium, Plutonium und Americium aus dem Atombrand absorbiert hatte“, so Mirowitsch.

    Er veröffentlichte auch Fotos von Welsen, die im Kühlteich zu finden seien und angeblich regelmäßig angefüttert werden.

    „Im Kühlteich der Tschernobyl-AKW wohnen riesige Welse, kein Scherz. Die Welse erreichen eine Länge von mehreren Metern, weil niemand sie fängt“, schrieb Mirowitsch.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Wegen Konflikt mit Ministerium: Direktor von Tschernobyl-Kernkraftwerk tritt zurück
    Gefahr aus Tschernobyl: Forscher machen überraschende Folge der Katastrophe publik
    „Paradies auf Erden“: Experte überrascht mit Aussage zu Tschernobyl
    32 Jahre Tschernobyl-Gau: Kritik und Warnungen an Kiew aus Bundestag
    Tags:
    Sperrzone, Wels, Pripjat, Tschernobyl, Weißrussland, Ukraine