23:30 14 November 2018
SNA Radio
    Tod (Symbolbild)

    Können Forscher nun Tod vorhersagen?

    CC0
    Panorama
    Zum Kurzlink
    2630

    Forscher von der University of Auckland in Neuseeland haben die mit der circadianen Rhythmik verbundenen molekularen Marker entdeckt, die den Tod von Taufliegen Drosophila melanogaster um einige Tage vorhersagen können. Dies berichtet die Fachzeitschrift „Scientific Reports“.

    Als circadiane Rhythmik werden die inneren biologischen Rhythmen bezeichnet, die eine 24-stündige Periode haben. Eine richtige circadiane Rhythmik verlängert die Lebensdauer, und die Störungen von Biorhythmen können verschiedene altersbedingte Erkrankungen verursachen.     

    Circadiane Systeme bestehen aus mehreren Nervenzellen, die als Oszillatoren funktionieren. Sie bilden die molekulare Uhr des Organismus und synchronisieren sich bei Taufliegen mit einem Cluster von rund 150 Neuronen, in dem die Expression von wichtigsten circadianen Genen stattfindet. Neben diesem Cluster gibt es auch periphere Oszillatoren. Die Forscher wussten nicht genau, ob die Alterung durch Defekte in der molekularen Uhr oder durch die Schwächung der Synchronisierung in peripheren Systemen ausgelöst wird.

    Laut der Zeitschrift hat das Forscher-Team die Arbeit der zwei Schlüsselgene „PERIOD“ und „TIMELESS“ (im Gehirn und in peripheren Geweben) analysiert, die für circadiane Rhythmik bei Taufliegen verantwortlich sein sollen. Dabei haben die Forscher Fliegen verschiedenen Alters untersucht.

    Wenn die beiden Gene im Organismus der Fliegen ihre Aktivität intensiviert hätten und aus dem Rhythmus gekommen seien, seien den Insekten nur einige Tage bis zu ihrem Tod geblieben, behaupten die Forscher. Diese Korrelation sei nicht nur bei alten, sondern auch bei ziemlich jungen Einzelwesen zu beobachten. Der Grund für diese Störungen habe sich in peripheren Systemen befunden, in denen die Expression von beiden Genen abgenommen habe und die Synchronisierung schwächer geworden sei.  

    Auf diese Weise haben die Forscher die Bedeutung der molekularen Uhr für innere Rhythmen sowie die Wichtigkeit der molekularen Marker für die Erforschung der inneren Prozesse im Organismus bewiesen. Mithilfe von diesen Markern könnte mittlerweile sogar der Tod kleiner Lebewesen vorhergesagt werden.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    So bekämpfen Forscher unheilbaren Krebs
    So schnell töten sich die Zellen – Studie
    Forscher staunen: „Alien-Schiff“ im Bermudadreieck
    Forscher zerstören Mythos über den Schaden von Salz
    Tags:
    Störung, Organismus, Gene, Neuronen, Erkrankungen, Zellen, Tod, Forscher, Fachblatt Scientific Reports, Auckland, Neuseeland