03:24 25 September 2018
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    Strategische Atom-U-Boot der Columbia-Klasse (künstlerische Darstellung)

    Produktion von US-Submarine „des 21. Jahrhunderts“ kann sich um Jahrzehnte verzögern

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    Das Pentagon will mit neuen strategischen Atom-U-Booten der Columbia-Klasse ein Gleichgewicht zu russischen Submarinen des Projekts 955 Borej schaffen und eine nukleare Überlegenheit auf See erreichen. Allerdings kann sich die Produktion der modernen US-Submarinen womöglich um Jahrzehnte verzögern. Dies berichtet die Online-Zeitschrift „Swesda“.

    2016 leitete das Pentagon die Entwicklung eines neuen nuklear angetriebenen Raketen-U-Bootes der Columbia-Klasse, das zu einer Art Reaktion auf die russischen strategischen Unterwasserkreuzer des Projekts 955 „Borej" werden sollte.

    Das Kommando der US-Navy habe das neue Projekt „Columbia" bereits im Voraus als ein „U-Boot des 21. Jahrhunderts" bezeichnet — allerdings eher vom temporären und nicht vom qualitativen Standpunkt aus, betont der Verfasser des Artikels Alexej Kuriltschenko.

    Die U-Boote der Columbia-Klasse sollten die Submarinen der Ohio-Klasse ersetzen, deren „Lebensdauer" in der nächsten Zeit auslaufen solle. Allerdings könnte es dazu kommen, dass die Dienstzeit der U-Boote der Ohio-Klasse verlängert werden müsste.

    Schon jetzt, auf der Etappe der Vorbereitung zu dem Bauprozess, würden westliche Medien den neuen „Unterwasserverteidiger" sowie seine Stärke und Betriebsdauer bewundern. Wie Kuriltschenko schreibt, soll das U-Boot 42 Jahre lang genutzt werden. „Und niemand zieht Expertenmeinungen in Betracht, die bei einigen technologischen Lösungen nicht sicher waren".

    So sollen beispielsweise Beamte des US-Rechnungshofes den Einsatz von noch unbewährten und nicht zertifizierten Technologien bei dem Projektieren nicht gutheißen, so Kuriltschenko.

    Haben Schweißer alles verdorben?

    Die Entwicklungsingenieure hätten den Experten ihr Ohr schenken sollen. Schon die ersten Tests sollen gezeigt haben, dass die Schweißnähte der Raketen-Startröhre den Qualitätsstandards nicht entsprechen würden. Laut „National Interest" sollen bei zwölf Startröhren Schweißdefekte festgestellt worden sein.

    Diese Missstände könnten die Qualität der gesamten US-U-Boot-Flotte in Frage stellen, so der Verfasser des Artikels. Denn ein Raketen-Startrohr sei ein Schlüsselbestandteil einer Submarine, das seine Aufgabe in allen kritischen Situationen einwandfrei erfüllen müsse. Sonst könnten jegliche Schüsse eine Katastrophe für das U-Boot selbst sowie für dessen Besatzung bedeuten.

    Laut dem Experten des US-Zentrums für strategische und Haushalts-Auswertungen Bryan Clark könnte diese Verzögerung einen „Kaskadeneffekt" auf die Produktion anderer Bestandteile ausüben und diese wesentlich verlangsamen.

    Die US-Militärs seien von der derartigen Fahrlässigkeit des Technologieunternehmen BWX Technologies völlig überrascht worden. Nun werde die rechtzeitige Herstellung von U-Booten in Frage gestellt. Inzwischen sollten die Submarinen der Ohio-Klasse schnell ersetzt werden, da ihre Betriebsdauer bald auslaufen solle.

    Die Produktion des ersten U-Bootes der Columbia-Klasse würde planmäßig 2021 eingeleitet werden, erinnerte die Zeitschrift seine Leser. 2030 soll die erste Submarine dieser Klasse vom Stapel laufen. Eine Verzögerung bei der Waffenproduktion könnte in dieser Situation die nationale Sicherheit des Landes gefährden, warnte das Pentagon.

    Wer wen? 

    Außerdem vergleicht der russische Journalist die U-Boote der Columbia-Klasse mit ihren möglichen russischen „Konkurrenten" des Projekts „Borej". Die verfügbaren taktischen und technischen Daten der beiden U-Boote seien recht ähnlich. Deren Länge mache 170 Meter aus und die Wasserverdrängung betrage jeweils 24.000 Tonnen. Sowohl die Columbia-U-Boote als auch Submarinen der Borej-Klasse würden über 16 Raketen- Startröhre verfügen.

    Atom-U-Boot schießt Salven mit Interkontinentalraketen
    © YouTube / Russlands Verteidigungsministerium

    Wichtige Unterschiede gebe es jedoch bei den Raketen. Für die Columbia-Klasse werde ein „neumodischer" gemeinsamer Raketenraum entwickelt, schreibt Kuriltschenko. Die Borej-Klasse habe im Gegenteil eine „bewährte" Rakete von den Entwicklern der berühmten ballistischen Interkontinentalraketen der Typen „Bulawa" und „Topol M" bekommen. 

    Zurzeit werden drei U-Boote der Borej-Klasse von der russischen Marine betrieben. Bis 2027 sollen 14 Submarinen dieses Typs errichtet werden. Ursprünglich habe es auch bei diesem Programm Verzögerungen gegeben. Allerdings seien diese auf Finanzierungsprobleme zurückzuführen gewesen, die schnell gelöst werden hätten können, sodass die U-Boote rechtzeitig hergestellt worden seien, so der Verfasser des Artikels.

    Das Pentagon habe geplant, dass das erste U-Boot der Columbia-Klasse bis zum Jahr 2063 eingesetzt werden solle, wobei die letzte Submarine dieser Klasse, die laut Plan 2035 in den Dienst gestellt werden würde, bis zum Jahr 2077 genutzt werden solle. „Allerdings können dem ersten Defekt auch ein zweiter und ein dritter folgen. Und das ist auch kein Vorwurf: Niemand ist vor Fehlern bei der Entwicklung einer Waffe der neuen Generation sicher", schreibt Kuriltschenko abschließend. „Somit könnte „Columbia" jedoch aus einer „Submarine des 21. Jahrhunderts" zu einer „Submarine des 22. Jahrhunderts" werden.

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    Tags:
    U-Boot, Marine, Columbia (U-Boot), Borej (U-Boot), US-Navy, US-Verteidigungsministerium, Pentagon, USA, Russland