21:45 25 September 2018
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    Brückeneinsturz in Genua

    „Alles bezahlen, teuer bezahlen“: Rom nennt Verantwortliche für Tragödie in Genua

    © AFP 2018 / Andrea Leoni
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    Die italienische Regierung hat dem Autobahn-Betreiber „Autostrade per l'Italia“ die Verantwortung für den Einsturz der Morandi-Brücke in Genua zugeschrieben. Die Minister für Inneres, Verkehr und Wirtschaftsentwicklung meldeten sich in den Medien und sozialen Netzwerken zu Wort.

    Der Innenminister und stellvertretende Ministerpräsident Italiens, Matteo Salvini, machte am Dienstagabend die mangelnde Instandhaltung der Brücke für das Unglück verantwortlich.

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    „Die Verantwortlichen müssen für das Desaster bezahlen, alles bezahlen, teuer bezahlen“, schrieb er auf Twitter.

    Brückeneinsturz in Genua
    © AFP 2018 / Andrea Leoni
    ​„Autostrade per l'Italia“ erklärte früher auf seiner Webseite, es seien zum Zeitpunkt des Unglücks Tätigkeiten zur Stärkung des  Fundaments der Fahrbahn im Gange gewesen. „Die Arbeiten und der Gesamtzustand der Brücke wurden ständig überwacht“. Die Einsturzursache werde gründlich untersucht, sobald die Unglücksstelle begehbar sei.

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    Der italienische Verkehrsminister, Danilo Toninelli, forderte den Rücktritt des Managements vom Autobahnbetreiber. Es sei nicht in der Lage gewesen, die Verpflichtungen aus dem Vertrag zur Verwaltung der Infrastruktur zu erfüllen.

    „Als erstes muss das Top-Management von ‚Autostrade per l'Italia‘ zurücktreten“, so Toninelli in einem Facebook-Beitrag.

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    Dem Unternehmen soll die Lizenz zum Betrieb der A10 entzogen werden. Außerdem könnte die Firma mit Strafzahlungen von bis zu 150 Millionen Euro belegt werden.

    Auf den Rücktritt der Firmenführung von ‚Autostrade per l'Italia‘ bestand auch Italiens stellvertretender Regierungschef und Minister für Wirtschaftliche Entwicklung, Luigi Di Maio, in einem Gespräch mit dem Sender Radio Radicale.

    „Die Verantwortlichen haben Vornamen und Namen, und das sind ‚Autostrade per l'Italia‘. Nach mehreren Jahren, während der uns gesagt wurde, dass Privatfirmen mit der Verwaltung wesentlich besser zurechtkommen, haben wir einen der größten Konzessionäre in Europa, der behauptet, die Brücke sei sicher gewesen“, so der Minister.

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    Das sind demnach „lauter Ausreden“. „‚Autostrade‘ musste sich mit der Instandhaltung beschäftigen – ist dem aber nicht nachgekommen“.      

    Im Rahmen des italienischen Verkehrsministeriums soll eine Sonderkommission zur Untersuchung des Brückeneinsturzes geschaffen werden, meldet die italienische Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf den stellvertretenden Verkehrsminister, Edoardo Rixi.

    „Wir prüfen alles ganz und gar und verpassen nichts Wichtiges“, zitiert die Agentur den Beamten.   

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    Das Unglück auf dem Polcevera-Viadukt, auch als Morandi-Brücke bekannt, ereignete sich am Dienstagmorgen, als bei starken Regenfällen Dutzende Fahrzeuge auf der Brücke unterwegs waren. Plötzlich brach auf 50 Metern Höhe ein etwa 100 Meter langer Abschnitt des Bauwerks zusammen.

    Die Autobahnbrücke gehört zur A10, einer Hauptverkehrsader Richtung italienische Riviera und Südfrankreich. Die Schrägseilbrücke wurde 1967 fertiggestellt und vor zwei Jahren instandgesetzt.

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