18:34 20 November 2018
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    Die kreativste Bewerbung aller Zeiten

    Die kreativste Bewerbung aller Zeiten? Designer macht sich selbst zur Lego-Figur

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    Valentin Raskatov
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    Er wollte sich bei der Bewerbung von der Masse abheben und hat die Bewerbungsmappe neu erfunden: Der Designer Andy Morris aus Wales hat aus sich eine eingeschweißte Lego-Figur gemacht und aus seinem Lebenslauf – die Gebrauchsanweisung dazu. Die neuartigen Bewerbungsunterlagen hat er dann an Arbeitgeber verschickt. Mit vollem Erfolg.

    Wenn der Arbeitgeber lauter Bewerbungsmappen für eine Stelle vor sich liegen hat, dann zählen natürlich auch die Qualifikationen. Aber bei dem Wust an Unterlagen, der zuweilen bewältigt werden muss, ist eines fast noch wichtiger: Originalität. Etwas muss sofort ins Auge stechen, damit gerade diese eine Mappe nicht zu den anderen weggelegt, sondern durchgelesen wird. Etwas muss die Neugier des künftigen Arbeitgebers wecken. Und an diesem gewissen Etwas verzweifeln viele Bewerber immer wieder.

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    Der Designer Andy Morris aus South Wales hat dieses gewisse Etwas nicht nur gefunden, sondern das Bewerbungswesen geradezu durch einen Geniestreich revolutioniert. Denn das Paket, das die Arbeitgeber per Post von ihm erhielten, sah so aus:

    „Packen Sie Ihren neuesten Angestellten aus“
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    „Packen Sie Ihren neuesten Angestellten aus“

    „Packen Sie Ihren neuesten Angestellten aus“, steht da in Rot auf Weiß. Schon da hatte Andy gepunktet, denn die Neugier war geweckt. Beim Öffnen des Pakets dann die nächste Überraschung: Die Anweisung ist wörtlicher gemeint als gedacht.

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    Der Mann hat kurzerhand sich selbst als Lego-Figur anfertigen lassen und in die Angaben zur Lego-Figur seinen Lebenslauf in knapper Form gepackt. Damit hat er den Nerv der Arbeitgeber zielsicher getroffen, denn in der Designer-Branche ist Kreativität alles.

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    „Ich hatte mit der Marke Lego schon seit Jahren zusammengearbeitet, also schien es mir ganz natürlich, das auch in meinen Lebenslauf einfließen zu lassen“, erzählt Morris gegenüber Sputnik. „Außerdem sollte alles im Leben Spaß bereiten, selbst Bewerbungen. Und während gewöhnliche Lebensläufe gut sind, um Errungenschaften aus der Vergangenheit zu vermitteln, können sie nur eingeschränkt Persönlichkeit, Kreativität und Innovation abbilden.“ Mit der Wahl des Lego-Männchens habe er genau das geschafft: seine Kreativität und Innovation rüberzubringen.

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    Im Übrigen habe er nur eine Handvoll der Männchen versandt. Die meisten Angebote und Kontaktaufnahmen seien infolge der Berichterstattung über die kreative Bewerbung zustande gekommen. Die Bewerbung habe ihm viele Türen geöffnet, bemerkt Morris. Er ist auch schlussendlich in gar keinem Angestelltenverhältnis gelandet, sondern Freiberufler geblieben, weil es nach seinem Kunststück nur so Angebote geregnet hat. Das Wichtigste für ihn ist, „dass ich mich getraut habe, anders zu sein und die Leute darauf gut reagiert haben“.

    Die Frage, ob die Wahl des Arbeitnehmers als Spielzeug eine versteckte Botschaft enthalte, verneint der Designer. „Es war einfach nur ein Weg, meinen Lebenslauf ganz oben auf der Bewerberliste landen zu lassen“, so Morris.

    Interviewpartner Andy Morris als Mensch
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