15:48 23 September 2018
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    Pegida-Mann beschimpft ZDF-Kamerateam

    Pegida-Pöbler ist LKA-Mann in Sachsen

    © YouTube / ZDF
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    Ein Mann geht in Dresden auf ein ZDF-Kamerateam zu und beschimpft es. Der Fall hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Jetzt hat das sächsische Innenministerium bekannt gegeben: Der Mann ist Angestellter des sächsischen Kriminalamts. Die Wellen schlagen hoch.

    Ein ZDF-Kamerateam des Magazins „Frontal 21“ filmt vergangenen Donnerstag am Rande einer Demonstration der Pegida-Bewegung und der AfD in Dresden.

    Plötzlich geht ein Mann direkt auf die Kamera zu. „Hören sie auf, mich zu filmen! Sie begehen eine Straftat“, sagt er und bleibt mit dem Gesicht vor der Kamera stehen. Auf Aufforderungen der Redakteure weiterzugehen, reagiert er nicht. Stattdessen fordert der Mann das Kamerateam auf, zur Polizei zu gehen und sich dort wegen des Filmens zu stellen. Die Polizei kontrollierte das ZDF-Team daraufhin und hielt es trotz Protesten etwa eine Dreiviertelstunde fest.

    Offenbar glaubt der Mann aus beruflichen Gründen zu wissen, was er tut. Das Sächsische Innenministerium erklärte gestern öffentlich, dass der pöbelnde Mann ein Angestellter beim Landeskriminalamt (LKA) in Sachsen ist.

    Hier der Original-Tweet des Sächsischen Innenministeriums:

    ​In der Meldung heißt es wörtlich: „Der Mitarbeiter war nach Informationen des LKA bei diesem Aufeinandertreffen nicht im Dienst gewesen“, sondern habe als Privatperson an der vorangegangenen Versammlung teilgenommen. Derzeit befinde er sich im Urlaub. „Über mögliche Konsequenzen wird das LKA entscheiden, wenn der Vorgang geklärt und der Betroffene zu den Vorkommnissen angehört wurde.“

    Auch der sächsische Innenminister Roland Wöller (CDU) äußert sich in der Mitteilung zu dem Fall: „Selbstverständlich gilt für jeden Bürger in unserem Land das Recht auf freie Meinungsäußerung. Allerdings erwarte ich von allen Bediensteten meines Ressorts jederzeit, auch wenn sie sich privat in der Öffentlichkeit aufhalten und äußern, ein korrektes Auftreten.“

    Barley sieht „besorgniserregende Vorgänge“ in Sachsen

    Bundesjustizministerin Katarina Barley hat nach Bekanntwerden brisanter Details zum Vorgehen gegen ZDF-Reporter am Rande einer rechtspopulistischen Demonstration in Dresden rasche und lückenlose Aufklärung gefordert. „Die Vorgänge in Sachsen sind wirklich besorgniserregend und müssen dringend und umfassend durch die sächsischen Behörden aufgeklärt werden“, sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Pressefreiheit sei „ein herausragendes Gut in unserer Gesellschaft und nach unserem Grundgesetz“, betonte Barley, die auch Mitglied des ZDF-Fernsehrats ist.

    Am heutigen Donnerstag will der Innenausschuss des Landtags Innenminister Roland Wöller (CDU) zu dem Fall befragen.

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    Tags:
    Demonstration, AfD, Landeskriminalamt (LKA), CDU, PEGIDA, Katarina Barley, Sachsen, Dresden, Deutschland