05:32 17 Dezember 2018
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    Krieg fast wie Computerspiel: Bundeswehr irritiert mit Plakataktion bei Gamescom

    © Foto : Bundeswehr / Bienert
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    Die Bundeswehr hat auf der führenden europäischen Leitmesse für Computer- und Videospiele Gamescom in Köln versucht, mit einer neuen Plakatkampagne Nachwuchs zu rekrutieren. Viele haben jedoch den Inhalt der Plakate als inakzeptabel kritisiert, schreibt das Onlineportal „Der Westen“.

    Laut dem Portal ernten die Bilder mit den Slogans „Multiplayer at its best“ oder „Mehr Open World geht nicht“ vor allem im Netz heftige Kritik. Die Anlehnung an die Computer-Spiel-Thematik der Messe hätten viele unangemessen gefunden und der Bundeswehr Verharmlosung des Krieges vorgeworfen.

    Die Twitter-Nutzer haben auf die Aktion so reagiert:

    „Das Problem dabei ist aber, dass Krieg eben kein Spiel ist. Eine solche Aufmachung ist also zumindest mal fragwürdig. Zigaretten dürfen auch nicht als gesund beworben werden – weil sie es nicht sind“, schrieb Leon T.

    „Für mich sind die Plakate kriegsverherrlichend“, so die Nutzerin Dennsi.

    Maria Lorenz behauptete: „Tolle Idee, die Kids mit 'Hey, is so geil wie zocken' anzulocken. Und im Kleingedruckten dann: 'ohne respawn'. Vorher wird ihnen dann aber vermittelt, dass es genauso ist wie im Game. Eine Prämisse, die später für alle Seiten bestimmt null gefährlich ist.“

    „Die Werbung hängt großflächig in Köln. Unglaublich intrigant, wie hier junge Menschen geködert werden sollen. Allerdings kann ich auch die Entscheidung der Gamescom nicht nachvollziehen, der #Bundeswehr überhaupt eine Standfläche dort anzubieten“, empörte sich Ibo El Zein.

    KingEldarion vertritt aber eine gegenteilige Meinung: „Worüber regt ihr euch da bitte auf?! Die Bilder propagieren Kameradschaft, Erlebnisse und Co. Etwas, das viele potentielle Bewerber am Bund spannend finden. Da wird kein einziges Mal Krieg verherrlicht oder überhaupt angesprochen (…). Ganz normales Marketing.“

    Mit einer Twitter-Nachricht kommentierte die Bundeswehr ihre Aktion.

    ​Der Pressesprecher der Streitkräfte erklärte, die Militärs hätten mit den Plakaten ein ernstes Thema ansprechen wollen: „Der Messeauftritt wird mit einer Plakatierung im Stadtgebiet Köln werblich begleitet. Die Kernfrage, die wir dabei stellen ist: 'Krieg spielen oder für den Frieden kämpfen?' Mit der Plakatierung wollen wir junge Erwachsene im Umfeld der Gamescom zum Nachdenken bringen, wofür sie ihre Zeit bzw. Zukunft einsetzen. Auf der Spiele-Messe soll damit ein ernstes Thema angesprochen werden.

    Die Kampagne bedient sich der Signale einer Spiele-Werbung und stellt dann die Sinnfrage: 'Echte Kameradschaft statt Single-Player Modus?' oder 'An deine Grenzen gehen, statt in deinem Level festhängen?'

    Die Headlines „Multiplayer at it´s best!“ und „Mehr Open World geht nicht!“ lesen sich dabei zunächst wie Rezensionen für ein neues Game. Auf den zweiten Blick erkennt man darin jedoch die Werte der Bundeswehr – Kameradschaft und der Einsatz für eine freie Welt“, hieß es in der Erklärung.

    Laur dem Pressesprecher gebe es zudem erläuternde Texte am unteren Ende der Plakate: „An deine Grenzen gehen, statt in deinem Level festhängen. Mach, was wirklich zählt. Setz dich für Freiheit und Sicherheit ein und starte deine Laufbahn bei der Bundeswehr. Besuche uns auf der Gamescom oder unter www.bundeswehrkarriere.de.“

    Mit einem Stand auf der Gamescom wirbt die Bundeswehr seit Jahren auf der Messe. Auf dem Stand sind Kriegsgeräte und Maschinen ausgestellt. Die Ansprechpersonen sollen die Fragen beantworten und die Interessierenden über das Soldatenleben beraten.

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    Tags:
    Kampagne, Twitter, Bundeswehr, Köln, Deutschland