05:52 17 Dezember 2018
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    Ein lettischer Soldat trägt die Nato-Flagge (Archiv)

    Wenn es zu einem Krieg kommt: Lettland überlässt seine Bürger sich selbst

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    Die Bevölkerung Lettlands soll sich bei einer Krise oder einem bewaffneten Konflikt mit eigenen Kräften verteidigen. Diese Auffassung vertritt der auf der Webseite der Behörde veröffentlichte Entwurf eines Berichts des Verteidigungsministeriums des Landes.

    Demnach ist der lettische Staat nicht imstande, die Sicherheit aller seiner Bürger beim Ausbruch eines Konflikts zu gewährleisten. Daher sollten diese für ihre eigene Sicherheit sowie für die Sicherheit ihrer Angehörigen sorgen.

    Die Regierung solle zwar gewisse „Selbstorganisierungsmodelle” vorlegen, schreiben die Verfasser des Berichts. Dennoch sei die Hauptaufgabe der lettischen Bürger die Fähigkeit zur Selbstorganisation.

    Das Ausmaß einer militärischen Bedrohung Lettlands sei heutzutage so groß, dass die Verteidigung des Landes „nur mit militärischen Mitteln nicht mehr möglich" sei. Deshalb müsse das System der Staatsverteidigung verbessert werden, das auf der Bereitschaft der Gesellschaft und des Staates gründe, eine Krise auf Grundlage „gegenseitigen Vertrauens sowie der Partnerschaft der Einwohner" zu überwinden.

    Zuvor hatte der lettische Verteidigungsminister, Raimonds Bergmanis, geäußert, das Land werde wahrscheinlich seine Verteidigungskosten steigern, die die Marke von zwei Prozent vom Bruttoinlandsprodukt bereits überschritten hätten. Lettland belegt  beim Bevölkerungsrückgang in der EU den dritten Platz. Experten erachten daher eine weitere Erhöhung der Verteidigungskosten als sinnlos.

    Lettland war 2004 der EU und der Nato beigetreten.

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    Tags:
    Verteidigungsausgaben, Bürger, Selbstverteidigung, Verteidigung, Bevölkerung, Lettland