20:40 25 September 2018
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    „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry

    „ta’puq mach“: „Der Kleine Prinz“ erscheint auf Klingonisch

    © AFP 2018 / Francois Mori
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    Bolle Selke
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    Der Kinderbuchklassiker „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry erscheint auf Klingonisch. Die fiktive Sprache wurde 1984 vom Wissenschaftler Marc Okrand für die Science-Fiction-Serie „Star Trek“ entwickelt. Der Trekkie und Klingonisch-Experte Lieven Litaer will nun zeigen, dass diese Sprache sich nicht nur für kriegerische Texte eignet.

    „ta’puq mach“, so heißt „Der kleine Prinz“ auf Klingonisch. Auf der einen Seite der neuen Ausgabe steht jeweils der deutsche und auf der gegenüberliegenden Seite der klingonische Text. So soll das Buch auch als Lehrmaterial eingesetzt werden. Der Architekt Lieven L. Litaer, der auch als Klingonisch-Lehrer und —Experte tätig ist, wollte mit der Übersetzung zeigen, dass die Sprache an sich so umfangreich und vollständig sei, dass man auch Konzepte erklären könne, die untypisch für Klingonen sind. Im Sputnik-Interview sagt er:

    „Ich habe immer schon gern den kleinen Prinzen gelesen. Als ich irgendetwas ins Klingonische übersetzen wollte, habe ich diese Geschichte genommen. Ich wollte beweisen, dass man mit Klingonisch auch Sachen übersetzen kann, die eben untypisch für Klingonen sind. Viele sagen immer: Klingonen sind aggressiv und kriegerisch. Es wurde zum Beispiel die ‚Kunst des Krieges‘ von Sun Tzu vom Chinesischen ins Klingonische übersetzt, weil es eben Redewendungen enthält, die sehr klingonisch sind. Auch ‚Hamlet‘ von Shakespeare enthält sehr viele Sachen, die mit Ehre zu tun haben und ist schon auf Klingonisch erschienen. ‚Der kleine Prinz‘ ist eine sehr liebe und positiv denkende Kindergeschichte. Ich wollte zeigen, dass man eben auch das auf Klingonisch ausdrücken kann.“

    14 Jahre hat es gedauert, das Buch zu übersetzen. Einige Sätze und Situationen habe er anfangs gar nicht übersetzen können, weil es die Wörter dafür nicht gab, erzählt Litaer. In den letzten Jahren habe Marc Okrand aber nach und nach neue Vokabeln zur Verfügung gestellt, auch für andere Projekte. „Dadurch ist die klingonische Sprache einfach viel alltäglicher geworden, und ich kam schneller voran.“

    Klingonisch umfasst mittlerweile rund 4000 Wörter und ist die beliebteste Sprache ihrer Art. So wurde 2006 schon im Guinness Buch der Rekorde festgehalten, dass sie die am weitesten verbreitete fiktionale Sprache ist. Sehen würde man das auch daran, dass das offizielle Klingonisch-Wörterbuch schon über 300.000 Mal verkauft wurde, so Litaer. Es gebe auch sehr viele Übersetzungen, Facebook-Gruppen und andere Online-Portale, wo man Klingonisch lernen könne. Für den sprachbegeisterten Trekkie (Fan der Science-Fiction-Serie „Star Trek“) Litaer war Klingonisch zu lernen eine natürliche Wahl: „Das ist für mich die perfekte Symbiose aus gleichzeitig sprachinteressiert sein und ‚Star Trek‘-Fan sein.“

    Mittlerweile stößt sein Klingonisch-Sprachkurs auf so viel Interesse, dass der Kurs für 2018 bereits ausgebucht ist. Sogar Leute aus den USA und Schweden haben sich angemeldet. Auch die Nachfrage nach „ta’puq mach“ ist hoch. Momentan steht es bei Amazon auf Platz eins der Science-Fiction-Bestseller. Das Buch erscheint am 15. Oktober im „In Farbe und Bunt Verlag“.

    >>Andere Sputnik-Artikel: „Herr der Ringe“ entschlüsselt: „Russen und Deutsche sind schicksalhaft verbunden“

    „Der Kleine Prinz“ auf Klingonisch
    © Foto : in Farbe und Bunt Verlags-UG
    „Der Kleine Prinz“ auf Klingonisch

    Das komplette Interview mit Lieven L. Litaer zum Nachhören:

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    Tags:
    Sprache, Buch, "Der kleine Prinz"-Buch, Antoine de Saint-Exupéry