20:01 12 Dezember 2018
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    Ukrianische Militärs vor dem Beginn der Parade zum Tag der Unabhängigkeit in Kiew

    Kiew: Grandiose Militärparade oder Pannen-Show?

    © AP Photo / Felipe Dana
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    Am 24. August, dem 27. Jahrestag der ukrainischen Unabhängigkeit, fand in Kiew die größte Militärparade in der modernen Geschichte des Landes statt – so zumindest wurde sie von ukrainischen Politikern und regierungsnahen Medien gelobt. Doch die Show war nicht ganz so perfekt, wie man es sich in Kiew gewünscht hatte.

    „Natokonformer“ Panzer bleibt liegen

    Schon bei der Generalprobe kam es zu einer Panne. Der Panzer T-84-120 „Jatagan“ aus ukrainischer Produktion, gebaut im Jahr 2000, der den Nato-Standards entspricht und zum Highlight der Parade werden sollte, sorgte für Enttäuschung.

    Auf dem Weg zur Generalprobe blieb dieser modernisierte „natokonforme“ Panzer jedoch mitten auf einer Kiewer Straße liegen und begann zu qualmen. Das Militärfahrzeug musste daraufhin abgeschleppt werden.

    Den „Jatagan“ gibt es bislang nur in einem einzigen Exemplar.

    Buk-Raketensystem kracht in Gebäude

    Bei der Generalprobe hatte zudem ein Raketensystem des Typs Buk ein Einkaufszentrums in Kiew gerammt. Augenzeugen filmten die Szene. Der Fahrer des Militärfahrzeugs verlor die Kontrolle, woraufhin es das Gebäude eines Business Centers rammte. Das schwere Kettenfahrzeug beschädigte die Fassade des Gebäudes.

    Poroschenko bringt Worte des Nationalisten-Marsches durcheinander

    Der ukrainische Präsident zitierte zum Auftakt der Parade aus dem Marsch der ukrainischen Nationalisten – der Hymne der Organisation Ukrainischer Nationalisten, die 1929 in Wien gegründet wurde. Dabei brachte er aber die Worte durcheinander. Wenige Tage zuvor gab es einen ähnlichen Vorfall: Poroschenko hatte auf Facebook die erste Zeile der ukrainischen Nationalhymne falsch zitiert.

    In einer leidenschaftlichen Rede behauptete Poroschenko zudem, dass die EU ohne die Ukraine ein unvollendetes Projekt bleiben werde und dass die Ukraine der „Friedensgarant in Europa“ sei. Er rief seine Mitbürger auf, jegliche Verbindungen zur gemeinsamen Geschichte mit Russland abzubrechen.

    Zudem wurde auf der Parade zum ersten Mal der neue Militärgruß „Slawa Ukraini!“ benutzt. Dies ist die Losung der Ukrainischen Aufständischen Armee, die im Zweiten Weltkrieg mit den Nazis zusammenarbeitete. 

    Soldaten sacken zusammen

    Während des Auftritts des ukrainischen Präsidenten wurden zudem gleich zwei Ohnmachtsanfälle unter den anwesenden Soldaten registriert.

    Das Portal „Informator“ veröffentlichte ein Video, in dem zu sehen ist, wie ein Soldat der Ehrenwache während der Poroschenko-Rede umkippt.

    Etwas später meldeten die Medien einen weiteren Vorfall. Laut dem Portal „Informator“ verlor ein weiterer Soldat während der Schweigeminute das Bewusstsein.

    Die neue alte Technik

    Auf der Parade sollte die neuste ukrainische Kriegstechnik präsentiert werden. Der Moderator des ukrainischen TV-Senders „1+1“ hatte diese „Neuigkeiten“ jedoch heftig kritisiert: „Womit wollen wir denn angeben?“, fragte der Journalist in einem Facebook-Posting. Dabei verwies er auf die angeblich neue, aber nicht fertig entwickelte ukrainische Selbstfahrlafette „Bogdana“, auf den Panzer T-64, deren Produktion noch im Jahr 1987 eingestellt wurde, sowie auf die Panzer T-84 „Oplot“ und T-84 „Yatagan“, die nur in einem einzigen Exemplar existieren.

    Panzerkolonne bei der Militärparade zum Tag der Unabhängigkeit in Kiew
    © Sputnik / Stringer
    Panzerkolonne bei der Militärparade zum Tag der Unabhängigkeit in Kiew

    All diese Waffen werden als einzigartige Entwicklungen der ukrainischen Rüstungsindustrie dargestellt. Dabei handelt es sich weitgehend um die Nachbildung ausländischer Kriegsgeräte – größtenteils russischer. So ist die „Bogdana“ eine nicht fertig gebaute Kopie der polnischen Selbstfahrlafette „Krab“. Und der „Oplot“ ist eine exakte Kopie des russischen T-64.

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    Tags:
    Humor, Pleite, Nationalisten, Pannen, Unfall, Militärtechnik, Armee, Parade, Buk-Rakete, Kampfpanzer T-84 Oplot-M, Verteidigungsministerium der Ukraine, Ukrainische Aufständische Armee OUN-UPA, NATO, John Bolton, Stepan Poltorak, Petro Poroschenko, USA, Russland, Kiew, Ukraine