01:03 20 September 2018
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    Wasserhahn (Symbolbild)

    Israel meldet 2,5 Milliarden Kubikmeter Wasserdefizit

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    Das gesamte Defizit von Wasserressourcen in Israel hat laut der Verwaltung für Wasserressourcen des Landes 2,5 Milliarden Kubikmeter erreicht.

    „Der Klimawandel verpflichtet uns, das Wassersparen in eine Lebensweise zu verwandeln, auch wenn großzügigere Zeiten in Bezug auf Regen kommen“, heißt es in einer von der Behörde veröffentlichten Mitteilung.

    Als Hauptursache für die Wassererschöpfung nennen die Fachleute globale Klimaveränderungen. In diesem Zusammenhang wird erwartet, dass im Land Einschränkungen in Bezug auf den Wasserverbrauch eingeführt werden, in erster Linie werden die Quoten für das Begießen von privaten Grundstücken reduziert.

    In der Behörde wird betont, dass sich die schwierigste Situation mit Wasserquellen im Norden des Landes ergeben hätte. Nach Schätzungen von Fachleuten wird der Wasserspiegel in dem größten See Israels – Kinneret (auch Genezareth, bzw. Gennessaret) – bis zum Ende der Sommerzeit 2018 bis zum schwarzen Strich fallen, das heißt bis zum Wert von 214,86 Metern unter dem Meeresspiegel, und wird sich auch weiter im Durchschnitt um einem Zentimeter pro Tag senken.

    Das Wasserunternehmen war kürzlich gezwungen, die Pipeline für die Wasserentnahme aus dem Kinneret zu verlängern und noch tiefer zu senken. Und die Insel, die sich in der Mitte des Sees gebildet hat, wird sich in den nächsten Tagen mit dem Uferstreifen verbinden und in eine Halbinsel verwandeln.

    Jedoch geht die Wasserentnahme aus dem Kinneret in Höhe von etwa 100 Millionen Kubikmetern pro Jahr weiter, denn den Löwenanteil des Seewassers ist Israel gezwungen, im Rahmen des Friedensvertrages nach Jordanien zu liefern.  (Ein 1994 abgeschlossener Friedensvertrag zwischen Israel und Jordanien regelt im Prinzip die Wasserentnahme, da der Nahe Osten eine der regenärmsten Regionen der Welt ist. Der See Genezareth besteht nur in den oberen Schichten aus Süßwasser, die unteren Schichten sind salzhaltig. Israel entnimmt mit starken Pumpen Süßwasser aus den oberen Schichten. Jordanien hingegen muss sich mit dem salzhaltigen Wasser aus den unteren Schichten begnügen, das erst durch Entsalzungsanlagen nutzbar gemacht werden kann – Anm. d. Red.)

    Die Regierung Israels hat ein großangelegtes Programm zur Modernisierung der Wasserwirtschaft angenommen. Der Plan für strategische Entwicklung bis zum Jahr 2030 sieht die Errichtung neuer Entsalzungsanlagen und die Überleitung des Wassers in den See Kinneret vor.

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    Tags:
    Entsalzungsanlagen, Quellen, Wasserentnahme, Wasserdefizit, Verwaltung für Wasserressourcen Israels, Kinneret, Jordanien, Israel