00:06 20 September 2018
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    Deutsche Fußballnationalmannschaft (Archivbild)

    Kanake-Kartoffel-Aufteilung am Desaster der Nationalelf in Russland schuld?

    © AFP 2018 / John Macdougall
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    Ein innerer Konflikt kann einer der Gründe für das Scheitern der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der WM 2018 sein. Darüber schreiben die deutschen Medien.

    In einem „Spiegel“-Artikel ist die Rede von einer „großen Trennlinie“ innerhalb des Teams, das wohl viel tiefer gespalten war als bisher bekannt. Laut dem Magazin gab es vor und während der WM zwei große gegensätzliche Cliquen: die „Ausländer“ mit Jérôme Boateng, Mesut Özil und Ilkay Gündogan, die sich  selbst als „Kanaken“ bezeichnet haben sollen, und die „typischen Deutschen“ mit Thomas Müller und Mats Hummels. Diese würden von der Gegenseite auch spaßeshalber mal „Kartoffeln“ genannt.

    Der DFB-Präsident Reinhard Grindel hat in einem Interview mit der „BILD“-Zeitung betont, dass es nicht um Rassismus innerhalb der Nationalelf gehe. Das Problem bestand eher in Differenzen beim Thema Lebensstil.

    „Die ‚Ausländer‘(-Clique) hört gerne Rap, liebt Goldketten und schnelle Autos. Davon möglichst viele… Die andere bevorzugt ein weniger dröhnendes Leben“, so Grindel.

    Die beiden Seiten sollen auch fleißig übereinander spotten. Zum Beispiel wenn Thomas Müller gegenüber besagten „Kanaken“ mit Sätzen wie „Yo, man!“ frotzelte, sollen die sich wiederum über „den bodenständigen Bayern“ lustig machen.

    Bemerkenswert sei auch, dass die beiden Gruppen mit den Handlungen des Bundestrainers nicht zufrieden waren, insbesondere mit der Nichtnominierung von Leroy Sané.

    Löw habe es sich nach dem WM-Gewinn zu gemütlich gemacht und es verpasst, den Konkurrenzkampf durch junge Spieler zu befeuern, schreibt „Der Spiegel“.

    Das WM-Desaster könnte auch aus solchen Gründen passiert sein, wie es die Wahl des WM-Quartiers samt jener Nacht, in der das WLAN abgestellt wurde, oder die Debatten um die Fotos von Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan waren.

    Derzeit soll in Frankfurt schon über mögliche Nachfolger von Löw gesprochen werden:

    „Warum nicht Zinedine Zidane?“,  zitiert „Der Spiegel“ ein DFB-Präsidiumsmitglied.

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    Tags:
    Trennlinie, Konflikt, Fussball-Weltmeisterschaft, Reinhard Grindel, Joachim Löw, Deutschland