17:45 23 September 2018
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    Provokationen der Rechtsradikalen bei der Kundgebung in Chemnitz

    Grund für Messerstecherei weiter unklar – Hooligan-Tourismus in Chemnitz

    © Sputnik / Stringer
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    Tödliche Messerattacke in Chemnitz (18)
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    Bei den zwei durch die Messerattacke Verletzten handelt es sich um Russlanddeutsche. Das hat die Staatsanwaltschaft Chemnitz bestätigt. Zur Demonstration von „Pro Chemnitz“ kamen am Montag nach Polizeiangaben viele Teilnehmer aus anderen Bundesländern – darunter zahlreiche gewaltbereite Hooligans.

    Die Versammlung der Bürgerbewegung „Pro Chemnitz“ am Montag in Chemnitz bekam regen Zulauf von Teilnehmern aus Berlin, Brandenburg, Thüringen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, heißt es in der Polizei-Pressemitteilung. Unter ihnen waren einige, die die Polizei dem rechten Spektrum und der gewaltbereiten Fußballszene zuordnete. Während der Versammlung am Karl-Marx-Monument im Zentrum wurden verfassungsfeindliche Parolen gerufen. Zudem zeigten laut Polizei mehrere Teilnehmer den Hitlergruß. Es wurden Anzeigen erstattet.

    Auf der linken Gegendemonstration vermummten sich etwa 200 Teilnehmer. Auch hier laufen die Anzeigen. Als sich der von „Pro Chemnitz“ organisierte Zug in Bewegung setzte, flogen laut Polizei Flaschen und Pyrotechnik.

    Verletzte und Strafanzeigen – zahlreiche Teilnehmer

    Trotz des Einsatzes von fast 600 Polizisten kam es immer wieder zu Zusammenstößen der beiden Gruppen. Laut Polizei wurden insgesamt 18 Versammlungsteilnehmer und zwei Polizisten verletzt. Zudem gab es bis zum Dienstagmittag 43 Anzeigen – unter anderem wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs (2), des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen (10), Körperverletzungsdelikten (11) und Verstößen gegen das Sächsische Versammlungsgesetz (3).

    Die Organisatoren hatten vorab rund 1000 („Pro Chemnitz“) und 500 („Die Linke“) Teilnehmer angegeben. Letztlich wurden diese Zahlen offenbar weit überschritten. In Summe waren aufgrund offensichtlich bundesweiter Mobilisierung circa 6000 Teilnehmer bei der Versammlung der Bürgerbewegung „Pro Chemnitz“ und weitere circa 1500 Teilnehmer bei der Versammlung „Die Linke“ zu verzeichnen, heißt es in der Pressemitteilung.

    Zwei Opfer sind Russlanddeutsche – Tathergang unklar

    Währenddessen bestätigte Oberstaatsanwältin Ingrid Burghart gegenüber Sputnik, dass es sich bei den beiden anderen Opfern der Messerattacke um Russlanddeutsche handelt. Die beiden 33- und 38-jährigen Männer wurden verletzt, ein 35-jähriger Deutscher mit kubanischen Wurzeln durch mehrfache Messerstiche so schwer verletzt, dass er im Krankenhaus starb. Wie es zu der Tat kam, ist laut Staatsanwaltschaft weiterhin unklar. 

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    Tödliche Messerattacke in Chemnitz (18)
    Tags:
    Körperverletzung, Russlanddeutsche, Einwanderer, Iraker, Messerangriff, Messerstecherei, Demonstrationen, Syrer, Hooligans, Demo, Krawalle, Migranten, Tourismus, Polizei, Daniel Hillig, Chemnitz, Sachsen, Syrien, Irak, Deutschland