01:34 17 Dezember 2018
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    Flüchtlinge in Deutschland (Archiv)

    Integration von Flüchtlingen: Erhebliche Unterschiede zwischen Mann und Frau – Studie

    © AFP 2018 / ODD ANDERSEN
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    Eine aktuelle Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat ergeben, dass weibliche Flüchtlinge bei ihren Integrationskompetenzen schlechter abschneiden, als Männer. Dies berichtete die „Welt“.

    Demnach haben 27 Prozent der männlichen Flüchtlinge täglich Kontakt zu Deutschen. Unter den Frauen gebe es lediglich 12 Prozent solcher, die Kontakte zu den Einheimischen pflegen würden. Dabei steigen die Beschäftigungschancen der Frauen durch Bekanntschaften um 12 Prozentpunkte, während sich bei Männern kein Effekt daraus feststellen lässt.

    Da in ihren Herkunftsländern eine gewaltige Geschlechterungleichheit herrscht, weisen die Flüchtlingsfrauen nach Bamf-Angaben ein niedrigeres Bildungsniveau als die Männer auf: 2017 sollen 15,6 Prozent der weiblichen Asylbewerber keine formelle Schulbildung gehabt haben. Unter den Männern seien es 9,4 Prozent gewesen. Frauen würden häufiger beim Deutsch-Kurs nicht bis zum Ende durchhalten. Diejenigen aber, die zur Abschlussprüfung erscheinen würden, würden bessere Ergebnisse erreichen als die Männer.

    Dabei würden sich die Integrationshilfen für Frauen doppelt auszahlen, weil ihre Kinder davon mit profitieren würden, heißt es in der Studie.

    Der gesamte Anteil der Frauen und Mädchen unter den Asylbewerbern, die seit 2015 nach Deutschland gekommen seien, liege bei rund 30 Prozent. Unter den anerkannten Flüchtlingen, die zum Teil über den Familiennachzug und über Kontingentprogramme eingereist seien, betrage dieser Anteil fast 40 Prozent.

    Bei der Vorstellung der Untersuchung soll der OECD-Migrationsexperte Thomas Liebig betont haben, in einigen skandinavischen Ländern sei die Integration von Frauen aus Ländern wie Syrien und Afghanistan besser gelungen als in Deutschland. Dies sei auf langfristige, zum Teil auf die Zielgruppe zugeschnittene Förderprogramme für weibliche Flüchtlinge zurückzuführen.

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    Tags:
    Männer, Integration, Asylbewerber, Frauen, Migranten, Flüchtlinge, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Thomas Liebig, Deutschland