16:07 24 September 2018
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    Wrackteile des Kaczynski-Jets auf Flughafen Smolensk (Archivbild)

    Russland entkräftet polnische Version von Kaczynski-Absturz

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    Die Version Warschaus über eine Explosion an Bord des Flugzeugs im Jahr 2010, wo sich der polnische Präsident Lech Kaczynski befand, ist letztendlich nicht bekräftigt worden. Dies gab die Pressesprecherin der russischen Ermittlungsbehörde Swetlana Petrenko am Freitag bekannt.

    „Eine Kombination verschiedener Faktoren hat zur Tragödie geführt. Dazu zählt das Versäumnis des Bordkommandanten, angesichts der Wetterbedingungen rechtzeitige Aktionen zur Landung auf dem Reserveflugplatz am Flughafen in Smolensk einzuleiten. Auch handelte die Besatzung fehlerhaft, als die Maschine sank und keine Landmarken zu erkennen waren. Des Weiteren fehlte es an erforderlichen Aktionen, als wiederholt das Frühwarnsystem wegen Annäherung an die Erde ausgelöst wurde“, erklärte Petrenko.

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    Sie verlautbarte, dass die Ermittlungsbehörde alle Möglichkeiten geprüft habe und die Explosionstheorie des Absturzes, die sich in Warschau halte, nicht bestätigt worden sei. Das Zwischenstaatliche Luftfahrtkomitee habe infolge seiner eigenen Untersuchung dieselben Schlussfolgerungen gezogen.

    „Deswegen ist eine zusätzliche Inspektion der Bruchstücke des Flugzeugs ein exklusiver Wunsch der polnischen Seite, den wir im Rahmen der engen Zusammenarbeit bei der Untersuchung dieses Kriminalfalls bereit sind, zu erfüllen“, betonte die Sprecherin.

    Polnische Ermittler seien bereits elf Mal nach Russland gekommen, um mit Beweismitteln zu arbeiten, so Petrenko. Mit ihrer Beteiligung seien Inspektionen sowohl der Absturzstelle des Flugzeugs als auch seiner Bruchstücke wiederholt durchgeführt worden.

    Zuvor war mitgeteilt worden, dass die polnische Ermittlungskommission jene Version als grundlegend erachtet, wonach das Flugzeug des damaligen polnischen Staatspräsidenten, Lech Kaczynski, im Jahr 2010 aufgrund einer Explosion nahe Smolensk verunglückte. Es habe mehrere Explosionsquellen gegeben, die sich im vorderen und im zentralen Teil des Flügels befunden hätten.

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    Die Tu-154 mit Präsident Lech Kaczynski und einer offiziellen polnischen Delegation an Bord war am 10. April 2010 unweit der russischen Stadt Smolensk abgestürzt. Die Maschine hatte während des Landeanflugs bei dichtem Nebel Baumkronen gestreift. Alle 96 Insassen kamen ums Leben.

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    Tags:
    Ermittlungen, Absturz, Ermittlungskomitee Russlands, Swetlana Petrenko, Lech Kaczynski, Russland, Polen