16:52 22 September 2018
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    Hungersnot in der Ukraine in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts (Symbolbild)

    Ukraine: Bekannter Holodomor-Forscher erstochen

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    In der südukrainischen Stadt Mykolaiv ist am Sonntag der Professor der Suchomlinski-Universität Mykolaiv, Mikola Schitjuk, tot aufgefunden worden. Das berichtete die ukrainische Agentur UNIAN. In der Ukraine war er für seine wissenschaftlichen Untersuchungen zur Hungersnot in den 1930er Jahren – dem sogenannten „Holodomor“ – bekannt.

    Wie es heißt, wurde Schitjuk in einer Mietwohnung von der Eigentümerin mit einem Messer im Rücken entdeckt. 

    Sie habe ihm die Wohnung für drei Stunden vermietet und nach Ablauf der Zeit  angerufen, aber keine Antwort erhalten, heißt es.  

    Die Umstände des Geschehens würden zurzeit geklärt.

    Schitjuk war als Forscher zur Hungersnot in der Ukraine in den 1930er Jahren bekannt. Mehr als 200 wissenschaftliche Arbeiten hatte er zu diesem Thema veröffentlicht.

    Zuvor soll der ukrainische Präsident, Petro Poroschenko, Russland für die Hungersnot in den Jahren 1932 und 1933 in der Ukraine verantwortlich gemacht haben. Die Erklärungen zur möglichen Beteiligung Russlands an der Hungersnot in der Ukraine gab Kiew nach der Wahl von Viktor Juschtschenko zum Präsidenten im Dezember 2004 ab.

    Der schweren Hungersnot in der Ukraine in den Jahren 1932 und 1933 waren nach unterschiedlichen Berechnungen 3,5 bis 14,5 Millionen Menschen zum Opfer gefallen.

    Die Bewertung der historischen Ereignisse ist umstritten. Im Kern der Debatte steht die Frage, ob die Hungersnot durch die Politik Stalins vorsätzlich verursacht wurde, um den Widerstand der Ukrainer zu brechen, oder ob die Ursachen in erster Linie in wetterbedingten Missernten und der Zwangskollektivierung zu finden sind, wie es sie auch in anderen Sowjetrepubliken zu jener Zeit gab.

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    Tags:
    Holodomor, Mord, Viktor Juschtschenko, Josef Stalin, Mikola Schitjuk, Ukraine