18:39 23 September 2018
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    Wil Mirsajanow (Archivbild)

    „Schlucke die Pillen nicht mehr“: Trauriges Schicksal des „Vaters“ von „Nowitschok“

    © AFP 2018 / Dominick Reuter
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    Der mutmaßliche Miterfinder des Nervengifts „А234 Nowitschok“, Wil Mirsajanow, hat via Facebook mitgeteilt, dass Ärzte bei ihm Prostatakrebs letzten Stadiums entdeckt hätten.

    „Die Ärzte sagten, dass ich Prostatakrebs letzten Stadiums habe. Sie begannen, mich mit einer Hormontherapie zu behandeln. Diese basiert darauf, dass Hormone den Zugang von Testosteron zu Krebszellen verhindern und ihnen dadurch die notwendige Energiequelle entziehen. Die Krebszellen sterben im Idealfall bis auf fünf Prozent ab und die Menschen können danach noch zwischen 15 und 25 Jahre weiter leben. Auch im Idealfall. Ich nahm Pillen mit diesen Hormonen ein und dann wurden sie für ganze sechs Monate intravenös verabreicht. Die Pillen schlucke ich nicht mehr. Die Behandlung ist jedoch sehr schmerzhaft, ich muss leiden“, schrieb Mirsajanow.

    Außerdem kritisierte er den russischen UN-Botschafter, Wassili Nebensja, auf seiner Facebook-Seite und warf ihm vor, seine Äußerungen  über „А234 Nowitschok“ seien nicht wirklichkeitsgetreu.

    Wil Mirsajanow ist Spezialist für chemische Waffen und emigrierte vor mehr als zwanzig Jahren in die USA. Er ist der einzige Experte, der in seinem Buch die Formel der Präkursoren des Nervengifts „А234 Nowitschok“ veröffentlichte. Nach Angaben westlicher Medien ist Mirsajanow wahrscheinlich einer seiner Erfinder.

    Am 4. März waren im britischen Salisbury Sergej Skripal, einst Oberst des russischen Militärnachrichtendienstes GRU, und seine Tochter Julia vergiftet worden, was einen großen internationalen Skandal provoziert hatte. London behauptet, Skripal und seine Tochter seien mit dem Stoff A234 kontaminiert worden und wirft Moskau vor, in das Attentat verwickelt zu sein. Russland wies die Vorwürfe entschieden zurück.

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    Tags:
    Erfinder, "Nowitschok", Krebs, Wil Mirsajanow