02:36 10 Dezember 2018
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    Das internationale Ermittlerteam beim Ort des MH17-Absturzes (Archiv)

    MH17-Absturz: Telefonat ukrainischer Militärs beweist Verwicklung ukrainischer Armee

    © AP Photo / Dmitry Lovetsky
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    Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums Igor Konaschenkow hat bei einer Pressekonferenz zum MH17-Absturz in der Ostukraine im Jahr 2014 ein Telefongespräch von zwei ukrainischen Militärs präsentiert, das die unmittelbare Verwicklung der Ukrainischen Armee in die Flugzeugtragödie belegen soll.

    Konaschnkow ließ eine Aufnahme eines Telefongesprächs abspielen, das 2016 im Gebiet Odessa bei der Vorbereitung einer Einheit der Radiotechnischen Truppen der Ukraine zu dem Militärmanöver „Rubesch 2016" stattgefunden haben soll. Zwei männliche Stimmen sind zu vernehmen, die den Betrieb eines Radargerätes vom Typ „Malachit" und die „Schließung des Luftraumes" besprechen. 

    Dabei nennt sich einer der Gesprächspartner Grintschak. Er äußert sich mit sehr emotionellen und sogar obszönen Ausdrücken über die Arbeit seiner Kollegen, die seiner Ansicht nach ihren Dienstpflichten nicht wirklich nachkommen. Grintschak fordert seinen Gesprächspartner auf, den Kollegen Druck zu machen und sie zur richtigen Ausführung ihrer Dienstpflichten zu zwingen. Dabei droht er vor möglichen Konsequenzen:

    „Sag ihnen: ‚Wenn es so sein wird, dann schießen wir eine weitere malaysische Boeing ab‘".

    Russische Experten sollen laut Konaschenkow phonoskopische Forschungen angestellt und unter anderem die von den ukrainischen Medien veröffentlichten Videos ausgewertet haben. Die Untersuchungen sollen „eindeutig" ergeben haben, dass es sich bei der abgespielten Aufnahme um den Oberst der ukrainischen Armee Ruslan Grintschuk handle, der im Juli 2014 als Kommandeur der 164. Radiotechnischen Brigade der ukrainischen Luftabwehr tätig gewesen sein soll. Damals seien die Einheiten dieser Brigade in den Gebieten Charkow, Sumy, Poltawa, Dnepropetrowsk, Donezk, Lugansk und Saporoschje stationiert worden, so Konaschenkow. Somit sollen sie die Situation unter anderem im Luftraum im Südosten der Ukraine kontrolliert haben.

    Die Flugroute von MH17 habe sich innerhalb des Kontrollbereichs der Radargeräte der 164. Radiotechnischen Brigade befunden, betonte Konaschenkow. Als Befehlshaber der Brigade sei Grintschak mit der Lage im Luftraum über dem Donbass sowie mit den Aufgaben und Folgen der Aktivitäten der ukrainischen Fla-Raketentruppen im Gebiet des sogenannten Anti-Terror-Einsatzes (die offizielle Bezeichnung der Militäroperation im Osten der Ukraine — Anm. d. Red.) ganz gut vertraut gewesen.

    Grintschaks Äußerung über die Möglichkeit, „eine weitere malaysische Boeing abzuschießen, bestätigt seine Informiertheit über die Umstände des MH17-Absturzes und verweist direkt auf die Teilnahme der ukrainischen Streitkräfte an der Flugzeugkatastrophe", so Konaschenkow.

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    Absturz, MH17, MH17-Absturz, Ukrainische Armee, Osten der Ukraine, Russland, Ukraine