02:53 10 Dezember 2018
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    Raketenkomplexe S-300 während Übung russischer Luftabwehrkräfte (Archivbild)S-300

    Israel versucht S-300-Lieferung nach Syrien zu vereiteln – Experte

    © Sputnik / Pavel Lisitsyn © Foto : Russlands Verteidigungsministerium
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    Russland muss Sicherheitsmaßnahmen bei der Lieferung von Flugabwehrraketensystemen des Typs S-300 nach Syrien ergreifen. Diese Auffassung äußerte der russische Militärexperte Igor Korotschenko in einem Interview mit Sputnik.

    Zuvor hatte Verteidigungsminister Sergej Schoigu erhöhte Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der russischen Soldaten in Syrien angekündigt. Darunter sei auch die Übergabe eines Flugabwehrraketensystems vom Typ S-300 an Syrien, die innerhalb von zwei Wochen erfolgen soll. 2013 habe Russland die S-300-Lieferungen nach Syrien auf Bitte Israels eingestellt, sagte Schoigu. Nun habe sich die Lage geändert, und die Verantwortung dafür liege nicht bei Russland.

    Laut Korotschenko ist die Entscheidung über die S-300-Lieferung nach Syrien eine äußerst richtige und rechtzeitige Reaktion auf die Handlungen Israels, das für den Absturz eines russischen Flugzeuges Il-20 verantwortlich ist. „Nun ist die Hauptsache, Tel Avivs Angriffe auf Flugzeuge oder Schiffe zu verhindern, die das Flugabwehrraketensystem befördern werden — und eine solche Wahrscheinlichkeit besteht."

    Es sei zu vermuten, dass das russische Militärkommando Maßnahmen zur Verhinderung dieses Szenarios ergreifen wird und dass jegliche Versuche der israelischen Seite, die S-300 zu vernichten, „aufs Härteste und Entschiedenste" unterbunden werden.

    Die auf den russischen Militärstützpunkten Hmeimim und Tartus stationierten weittragende Flugabwehrraketensysteme S-400 und S-300W4 würden die Sicherheit dieser Lieferung gewährleisten, so der Experte. Dabei könnte Syrien sogar eine neue Version von S-300 bekommen, einschließlich des S-300W4-Systems.

    Es sei äußerst wichtig, dass die syrischen Kräfte, die dieses S-300 steuern würden, eine angemessene Ausbildung erhalten, betonte Korotschenko. Dies sei offenbar auch getan worden. „Auch russische Militärpiloten können den Syrern eine entsprechende Hilfe leisten", sagte er. 

    Syrien hatte bereits 2010 einen Vertrag über die Lieferung von S-300-Systemen abgeschlossen. Als es zur Umsetzung kam, wurde der Deal jedoch annulliert. Im Mai 2018 bestätigte der israelische Ex-Verteidigungsminister Mosche Jaalon, dass Israel seine Kanäle eingesetzt hatte, um die Lieferung zu vereiteln.

    Israel hatte befürchtet, dass die neuen Flugabwehrraketen nicht nur den Spielraum der israelischen Luftwaffe einschränken, sondern auch die Kontrolle praktisch des gesamten israelischen Luftraums ermöglichen würden. Angesichts der „feindlichen" Präsenz iranischer Kräfte in Syrien sieht sich Tel Aviv berechtigt, im Nachbarland frei zu handeln.

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    Flugabwehrsystem, Raketenabwehrsystem S-400, S-400, S-300, Sergej Schojgu, Igor Korotschenko, Israel, Syrien, Russland