02:49 17 Oktober 2018
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    Massenproteste in Barcelona

    Massenproteste in Barcelona – FOTOS und VIDEOS

    © AFP 2018 / Pau Barrena
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    In Barcelona findet eine Massenprotestaktion zum ersten Jahrestag des umstrittenen Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien statt.

    An der Aktion unter dem Motto: „Lasst uns den 1. Oktober wiederherstellen!" nehmen verschiedene politische und gesellschaftliche Organisationen teil. Die Prozession hat sich von der Plaça de Catalunya (dt.: Katalonienplatz) zum Parlamentsgebäude begeben, wo eine Kundgebung stattfinden soll. Daran sollen der Präsident der Regionalregierung, Quim Torra, und der Vorsitzende des katalanischen Parlaments, Roger Torrent, teilnehmen.

    ​„Den ersten Oktober werden wir nicht vergessen und nicht verzeihen!", rufen die Demonstranten. Sie fordern die Freilassung von „politischen Gefangenen", zu denen sie katalanische Politiker und öffentliche Persönlichkeiten zählen, gegen die Strafverfahren wegen der Abhaltung des verbotenen Unabhängigkeitsreferendums und wegen Ausrufung der Unabhängigkeit Kataloniens durch das regionale Parlament eingeleitet worden sind, die nun vom Obersten Gerichtshof Spaniens behandelt werden.

    Neun von den 25 Angeklagten sitzen in Untersuchungshaft, weitere sieben Angeklagte, darunter der Ex-Chef der Regionalregierung Carles Puigdemont, flüchteten ins Ausland.

    ​An der Spitze des Protestzuges werden Wahlurnen getragen. Einige Protestierende fordern den Rücktritt des heutigen Chefs der Regionalregierung, Quim Torra, den sie für das harte Vorgehen der Sicherheitskräfte gegenüber den Teilnehmern einer linksradikalen Protestaktion in Barcelona verantwortlich machen, die am Samstag stattfand.

    ​Am 1. Oktober 2017 hatten nach katalanischen Angaben 90 Prozent der Wähler in einer Volksabstimmung für die Unabhängigkeit von Spanien gestimmt. Von Madrid war das Referendum untersagt worden. Zahlreiche Wahllokale wurden von der spanischen Polizei geschlossen und viele Stimmzettel beschlagnahmt. Viele Gegner einer Abtrennung hatten nicht an dem Referendum teilgenommen, die Wahlbeteiligung lag bei nur 43 Prozent.

    ​Nach der Abstimmung und einem anschließenden Beschluss zur Abspaltung von Spanien stellte die Zentralregierung in Madrid Katalonien zeitweilig unter Zwangsverwaltung.

    ​Gegen die ehemaligen Mitglieder der regionalen Regierung sowie die Ex-Chefs des regionalen Parlaments und der Sicherheitsorgane sowie gegen die Anführer von separatistischen Gesellschaftsorganisationen wurden Strafverfahren wegen Organisierung eines Aufstandes und Unterschlagung von staatlichen Geldmitteln eingeleitet.

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    Tags:
    Jahrestag, Unabhängigkeitsreferendum, Unabhängigkeit, Referendum, Protestaktion, Proteste, Katalonien, Barcelona, Spanien