12:51 15 Oktober 2018
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    Die Kirche St. Martin im britischen Salisbury

    Nach Giftangriff: Konzert „From Russia with Love” in Salisbury geplant

    © Wikipedia/ Dave Bevis
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    In der britischen Stadt Salisbury, wo der ehemalige russisch-britische Doppelagent Sergei Skripal und seine Tochter Julia im März vergiftet wurden, wird ein Konzert der klassischen Musik „From Russia with Love“ stattfinden. Dies berichtet die Zeitung „Daily Mail“.

    Die Pianisten sollen am 13. Oktober in der Kirche St. Martin auftreten. Das Programm umfasse Werke von solchen berühmten russischen Komponisten wie Pjotr Tschaikowski, Sergej Rachmaninow und Dmitri Schostakowitsch.

    Die Kirche befindet sich etwa drei Kilometer vom Skripal-Haus entfernt. Ein Werbeplakat für dieses Konzert sei nur wenige Meter vor der berühmten Kathedrale zu sehen.

    Wie die Organisatorin des Konzerts, Jill Bolton, gegenüber den Journalisten erklärte, war die Aufführung vor mehr als einem Jahr geplant und hängt nicht mit dem Giftanschlag zusammen. Gleichzeitig gab sie zu, dass sie es bereue, dass genau dieser Name für das Konzert gewählt worden sei („From Russia with Love“ ist ein Roman von Jan Flemings, in dem James Bond mit einem sowjetischen Spion kämpft – Anm. d. Red.).

    „Die Musik hat nichts mit den geschehenen Ereignissen zu tun. Ich hoffe, dass die Menschen über den Namen hinausschauen und stattdessen das Konzertprogramm anschauen werden“, sagte Bolton.

    Giftanschlag auf die Skripals

    Der frühere russisch-britische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia, die am 4. März unweit des geheimen Militärlabors Porton Down bewusstlos aufgefunden wurden, waren nach Darstellung der britischen Regierung mit dem tödlichen Giftstoff A234, im Westen unter dem russischen Namen Nowitschok bekannt, vergiftet worden. Ihre schnelle Genesung halten Experten jedoch für überraschend.

    Die britische Regierung machte umgehend Russland für das mutmaßliche Attentat verantwortlich. Russland weist diesen Vorwurf von sich und fordert eine unabhängige Aufklärung. Die britische Premierministerin Theresa May ließ 23 russische Diplomaten auweisen. Aus „Solidarität“ mit London wiesen auch die USA, Deutschland und viele weitere EU-Staaten Dutzenden russischen Diplomaten die Tür.

    Als Reaktion wies auch Moskau westliche Diplomaten aus, erklärte sich dabei aber wiederholt bereit, bei den Ermittlungen zu helfen. Die britischen Behörden winkten ab. Der damalige Außenminister Boris Johnson versprach im März, „verblüffende Beweise“ gegen Russland zu präsentieren, tat das bis zu seinem Rücktriff im Juli aber nicht. Das mit der Untersuchung beauftragte britische Militärlabor Porton Down teilte im April mit, dass eine russische Herkunft des Nervengifts nicht nachweisbar sei.

    Anfang September hat die britische Polizei Bilder von zwei Verdächtigen veröffentlicht. Bei ihnen soll es sich um Mitarbeiter des russischen Militär-Nachrichtendienstes GRU  handeln. Am 5. September hat die britische Staatsanwaltschaft gegen Alexander Petrow und Ruslan Boschirow Anklage erhoben.

    Die beiden haben später in einem Interview mit der Chefredakteurin von Sputnik und RT, Margarita Simonjan, erzählt, dass sie Großbritannien als Touristen besucht und mit Geheimdiensten nichts zu tun hätten.

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