11:25 18 Dezember 2018
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    Aldi-Logo (Symbolbild)

    Supermarkt aus Sibirien: Bekommen „Aldi“ und „Lidl“ bald russische Konkurrenz?

    © REUTERS / Peter Nicholls
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    Alexander Boos
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    Eine russische Supermarkt-Kette drängt in den deutschen Einzelhandel – und will sich vor allem in Ostdeutschland ansiedeln. Das Einzelhandelsunternehmen „Torgservis“ plant, die deutschen Kunden durch „ein schlichtes Angebot“ und „sehr günstige Preise“ zu überzeugen, wie Medien berichten. Müssen Branchengrößen wie „Aldi“ und „Lidl“ jetzt bangen?

    Es stehe alles noch am Anfang. „Wir befinden uns derzeit in Deutschland noch im organisatorischen Aufbau. Wir haben viel vor“, sagte eine Sprecherin von „TS Markt“, der Berliner Niederlassung des russischen Unternehmens „Torgservis“, auf Sputnik-Anfrage am Dienstag. Weitere Details zu den in Nord- und Ostdeutschland geplanten Supermärkten gebe das Unternehmen derzeit noch nicht bekannt.

    Wie die „Lebensmittelzeitung“ berichtet, suche das in Deutschland unter „TS Markt GmbH“ firmende Unternehmen mit Stammsitz im sibirischen Krasnojarsk aktuell Mietstandorte in den neuen Bundesländern: in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Berlin.

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    „Jeden Tag nur günstige Preise“

    Der russische Lebensmitteldiscounter „Torgservis“ drängt laut Medienberichten vor allem auf den ostdeutschen Markt.

    „Aldi, Lidl, Penny & Co könnten demnächst in Ostdeutschland Konkurrenz bekommen“, schrieb die Neubrandenburger Zeitung „Nordkurier“ am Dienstag. „Torgservis, so der Name der russischen Kette, will mit einem schlichten Angebot in den Markt einsteigen.“ Mit einem „extrem schlichten Konzept plant Torgservis, Kunden von Aldi, Lidl & Co. abzuwerben“, ergänzt die „Lebensmittelzeitung“ in ihrer aktuellen Ausgabe.

    Der Slogan des russischen Unternehmens – „Jeden Tag nur günstige Preise“ – erinnere an „die Anfangszeiten hiesiger Discounter“, berichtet der „Nordkurier“ weiter. „In der fernen russischen Heimat bietet der Händler in lagerhallen-ähnlichen Märkten zwischen 1500 und 2000 meist Eigenmarken-Artikel an, die sich vorwiegend auf Paletten stapeln – also extrem kostenoptimiert.“ Das Sortiment umfasse Nahrungsmittel und Non-Food-Artikel. Laut RT Deutsch „will der russische Discounter Torgservis über die Berliner Tochtergesellschaft TS Markt nach Deutschland expandieren. Der Einzelhändler aus Krasnojarsk in Sibirien plant offenbar mehr als 100 Geschäfte mit Verkaufsflächen von 800 bis 1200 Quadratmetern und 30 bis 40 Parkplätzen.“

    Umkämpfter Einzelhandel

    In den letzten vier Jahren sei „Torgservis“ stark gewachsen. Die Zahl der Filialen habe sich auf 731 fast verfünffacht und der Außenumsatz auf 1,3 Milliarden Euro verdreifacht. Das Unternehmen habe 2017 mit der inländischen Expansion begonnen und soll mittlerweile Kasachstan, China und Weißrussland erreicht haben. Offenbar seien auch baldige Eröffnungen von Filialen in Rumänien und Polen geplant.

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    „Inwieweit sich Torgservis in Deutschland durchsetzen kann, bleibt abzuwarten“, so „RT“. Das Einzelhandelsgewerbe sei eines der härtesten in Deutschland. „Der Lebensmitteleinzelhandel gilt in Deutschland als ziemlich gesättigt“, bestätigt der „Nordkurier“. „Rund 43 Prozent des Umsatzes sollen dabei nach Branchenangaben von Billiganbietern gemacht werden. Rechnen sich die Russen da wirklich Chancen aus? Ganz offensichtlich. Während Aldi, Lidl & Co immer mehr Filialen aufmotzen, auf mehr Komfort, mehr Waren, mehr Einkaufserlebnis setzen, baut Torgservis auf ein betont minimalistisches Konzept.“ Deshalb würden einige Einzelhandels-Experten bezweifeln, ob das russische Konzept auch in den neuen Bundesländern aufgehen könne.

    Die führenden deutschen Lebensmittel-Discounter nach Umsatz gemessen sind die Supermarkt-Ketten „Lidl“ und „Aldi Süd“.

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    Tags:
    Markt, Preis, Konkurrenz, Lidl, Aldi, Russland, Deutschland