22:58 13 Dezember 2018
SNA Radio
    US-Astronaut Nick Hague vor dem Start einer Sojus MS-10 auf dem Weltraumbahnhof Baikonur

    Experte nach Sojus-Panne: „Nick Hague ist kein Astronaut“

    © Sputnik / Alexey Filippov
    Panorama
    Zum Kurzlink
    141248

    Der Amerikaner Nick Hague, der mit seinem ersten Flug an Bord einer am Donnerstag verunglückten Sojus MS-10 gewesen war, gilt nach der Klassifikation der Internationalen Aeronautischen Vereinigung (FAI) nicht als Astronaut. Das sagte Alexander Schelesnjakow, Mitglied der Russischen Akademie für Raumfahrt, am Samstag gegenüber Sputnik.

    „Der Flug ist nicht als orbital zu bezeichnen. Das ist ein Raketenflug. Der Flug, den im Jahr 1983 Titow und Strekalow (russische Kosmonauten — Anm. d. Red.) unternommen hatten, als das Notrettungssystem sie aus einer brennenden Rakete gerissen hatte, wurde ebenfalls als Raketenflug eingestuft“, sagte Schelesnjakow.

    Was Nick Hague anbelange, so könne man ihn nicht einen Astronaut nennen, sondern einen Teilnehmer eines Raketenfluges.

    Dabei fügte der Experte hinzu, ein „Teilnehmer eines Raketenfluges“ sei jedoch eine inoffizielle Benennung.

    Wie er weiter betonte, gilt ein Mensch als Kosmonaut oder Astronaut, wenn er eine Höhe von 100 Kilometern — die sogenannte Kármán-Linie- erreicht habe. Diese gelte als eine theoretische Abgrenzung der Erdatmosphäre zum freien Weltraum, erläuterte der Experte.  

    Die Sojus MS-10  mit Hague und dem russischen Kosmonauten Alexej Owtschinin an Bord hatte nur die Höhe von 80 Kilometern erreicht. Laut dem Experten gibt es in Russland eine strengere Definition.

    „Bei uns gilt jener als Astronaut, der einen Orbitalflug absolviert hat“, erläuterte er.  

    Am Donnerstag war der Start einer Sojus MS-10 mit einer neuen Besatzung der Internationalen Raumstation ISS missglückt. Das war die erste Panne in der bemannten Rahmfahrt Russlands nach dem Zerfall der Sowjetunion. Der Russe Alexej Owtschinin und der Amerikaner Nick Hague konnten mit einer Rettungskapsel sicher auf der Erde notlanden. Zuletzt war das Sojus-Rettungssystem 1983 zum Einsatz gekommen.

    Für Owtschinin war es der zweite Flug. Im Jahr 2016 hatte er 172 Tage auf der Internationalen Raumstation (ISS) verbracht. Hague sollte erstmals zur ISS fliegen. 

    Am 26. September 1983 überraschte die Besatzung des Raumschiffs Sojus T-10, Wladimir Titow und Gennadi Strekalow, ein Feuer beim Raketenstart, sie überlebten dank des Notrettungssystems.

    Die Kármán-Linie ist eine gedachte Grenze in einer Höhe von 100 Kilometern über dem Meeresspiegel, die dazu genutzt wird, um die Luftfahrt von der Raumfahrt zu unterscheiden.

     

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Panne, Internationale Raumstation ISS, NASA, Internationale Aeronautische Vereinigung FAI, Gennadi Strekalow, Wladimir Titow, Nick Hague, Alexej Owtschinin, Alexander Schelesnjakow, Russland