10:39 22 Oktober 2018
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    Demo vor dem Saudi-Arabiens Konsulat in Istanbul - auf dem Bild: Dschamal Chaschukdschi

    Schwerwiegendes Zeugnis: Saudischer Journalist wurde ermordet

    © REUTERS / Murad Sezer
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    Die Aufnahmen der Vernehmung des zuvor als vermisst geltenden saudischen Journalisten Dschamal Chaschukdschi und seiner Ermordung sind durch Zufall in seiner Apple Watch gelandet. Darüber schreibt die türkische Regierungszeitung „Sabah“ unter Berufung auf Quellen in den Rechtschutzorganen.

    Nach Angaben der Zeitung soll Chaschukdschi vor dem Betreten des Konsulats von Saudi-Arabien in Istanbul seiner Braut das iPhone übergeben und seine Apple Watch auf den Aufzeichnungsbetrieb umgestellt haben. Das iPhone habe sich mit der Apple Watch an seiner Hand synchronisiert.

    „Dadurch wurde die Audioaufzeichnung der Vernehmung, der Folter und der Ermordung des Journalisten auf das iPhone übertragen und automatisch in die App Apple iCoud geladen. Es wird berichtet, dass saudische Geheimdienstler die Uhr an der Hand des Journalisten gesehen und versucht hätten, die darauf befindlichen Daten zu löschen. Einige Aufzeichnungen blieben jedoch erhalten. Anhand ihrer Auswertung wurde festgestellt, dass ein Mord begangen wurde“, berichtet das Blatt.

    „The Washington Post“ schrieb am Donnerstag, dass die Türkei die USA über das Vorhandensein der Audio- und Videoaufzeichnungen in Kenntnis gesetzt hatte, die von der Folter und dem Tod des Journalisten zeugen. Laut einer Quelle der US-Zeitung liefern die Aufzeichnungen Beweise dafür, dass Chaschukdschi getötet und zerstückelt wurde, nachdem er am 2. Oktober das Konsulatsgebäude betreten hatte.

    Chaschukdschi, der als Kommentator der US-Zeitung „The Washington Post“ tätig war und seit 2017 in den USA gelebt hatte, verschwand am 2. Oktober in der Türkei. Seiner Braut zufolge war der Journalist zur Ausstellung von Papieren in das saudische Konsulat geladen worden. Nach fünf Stunden ergebnislosen Wartens wurde der Frau mitgeteilt, dass Chaschukdschi bereits gegangen sei.

    Die Behörden von Saudi-Arabien behaupten, Chaschukdschi sei verschwunden, nachdem er das Konsulatsgebäude verlassen habe. Die diplomatische Mission arbeite mit den türkischen Behörden zusammen, um die Umstände des Verschwindens des Journalisten zu klären, hieß es.

    Nach Angaben des Sprechers des türkischen Außenministeriums, Hami Aksoy, hat die Türkei von Saudi-Arabien eine Erlaubnis für die Besichtigung des Konsulatsgebäudes in Istanbul erhalten.

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    Tod, Konsulat, Journalist, Folter, iPhone, The Washington Post, Hami Aksoy, Dschamal Chaschukdschi, Türkei, Saudi-Arabien