08:09 16 November 2018
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    Edward Snowden spricht per Live-Schalte (Archiv)

    Direkt aus Russland: Snowden spricht per Live-Schalte mit Innsbrucker Studenten

    © AP Photo / Marco Garcia, File
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    Whistleblower Edward Snowden hat am Management Center Innsbruck (MCI) zum Auftakt des Studienjahres via Livestream einen Vortrag gehalten. Es war sein erster Auftritt in Österreich. Dabei setzte er sich für Freiheit und Demokratie ein, wie österreichische Medien berichten.

    Rund 1300 Studierende des MCI machten am Donnerstagabend Bekanntschaft mit Snowden, die er mit den Worten „Es ist immer schön zu verreisen“ begrüßte. Da er nicht persönlich vorbeikommen konnte – er lebt nach wie vor als Flüchtling in Russland – wurde er per Livestream zugeschaltet. Sein Anwalt, Robert Tibbo, war für die Veranstaltung extra angereist.

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    In seinem Eröffnungsstatement rief er die Ereignisse von 2013 in Erinnerung. „Wir befinden uns derzeit in einer Phase der größten Umverteilung von Macht seit der industriellen Revolution“, zitiert die Kleine Zeitung den Aufdecker. Das Problem sei, dass die Technologie mittlerweile die Institutionen, die sie kontrollieren sollten, überholt habe, so das Blatt. Erneut betonte er, dass US-Geheimdienste ihre Technologien vorwiegend nutzen würden, um sie gegen Menschenrechtsaktivisten, NGOs und die eigenen Bürger einzusetzen.  Nach der Öffnungsrede, die begeistert aufgenommen wurde, widmete er sich Fragen vonseiten der Studierenden.

    Für den Vortrag gab es Standing Ovations. Nach dem Livechat mit dem Whistleblower berichtete sein Anwalt über die Flüchtlingsfamilien in Hongkong, die seinen Mandanten 2013 versteckt hatten – zu der Zeit, als er der „meistgesuchte Mann der Welt war“, wir derStandard anführt.

    Mit dem Auftritt soll Geld für die sieben nach wie vor in Hongkong festsitzenden Fluchthelfer Snowdens gesammelt werden, die seither von den dortigen Behörden schikaniert und bedroht werden sollen.

    Snowden, Ex-NSA-Mitarbeiter, hatte im Juni 2013 in Hongkong streng vertrauliche Informationen zu den Spähprogrammen der Geheimdienste der USA und Großbritanniens an die US-Zeitung „Washington Post“ sowie die britische Zeitung „The Guardian“ weitergegeben.

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    Er floh daraufhin von Hongkong weiter nach Russland, wo er am 23. Juni 2013 eintraf. Danach hielt er sich einige Zeit im Transitbereich des Flughafens Scheremetjewo auf.

    Russland gewährte Snowden einjähriges Asyl. Im August 2014 erhielt der NSA-Enthüller eine Aufenthaltsgenehmigung für weitere drei Jahre, die im  Januar 2017 bis 2020 verlängert wurde.

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    Tags:
    Studenten, Whistleblower, Edward Snowden, Russland, USA