23:01 19 November 2018
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    Forscher: So einfach kann ein Herzkranker sein Leben verlängern

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    Menschen, die Infarkte, Ischämie oder Schlaganfälle überstanden haben, müssen sich zumindest alle 20 Minuten etwas bewegen, um ihr Leben maximal zu verlängern. Dies erklärten die Forscher beim Canadian Cardiovascular Congress (CCC), der vom 20. bis 23. Oktober in Toronto stattfindet.

    „Unsere Studie zeigt, dass die Herzkranken alle zwanzig Minuten von ihrem Platz aufstehen und die nächsten sieben Minuten einer leichten physischen Aktivität widmen müssen. Sogar indem man einfach ab und zu aufsteht und durch das Zimmer geht, kann man etwa 770 Kilokalorien pro Tag verbrennen, wenn man sich an dieses Aktivitätsschema hält“, erzählte Ailar Ramadi von der University of Alberta in Edmonton in Kanada.

    Der Statistik der Weltgesundheitsorganisation zufolge sind Herz- und Kreislauferkrankungen, darunter Infarkte, Schlaganfälle und chronische Herzschwäche – weltweit die Hauptursache für den Tod der Menschen. Jedes Jahr sterben daran etwa 17 Millionen Menschen. Die Entwicklung dieser Krankheiten ist vor allem mit der Hypertonie und den von ihr provozierten Problemen im Funktionieren der Gefäße verbunden.

    Ein niedriges Niveau der physischen Aktivität gilt als eine der Ursachen für Herzanfälle, Infarkte, Schlaganfälle, Probleme mit den Knochen im gesetzten Alter und für viele andere Krankheiten, die mit der Anhäufung von Cholesterin und anderen schädlichen Stoffen oder mit der Entwicklung von chronischen Entzündungen verbunden sind. Wie die Beobachtungen zeigen, senkt sogar eine geringe Erhöhung der physischen Belastung die Chancen der Entwicklung von Infarkten und anderen Problemen mit Herz und Gefäßen praktisch um ein Vielfaches.

    Ramadi und ihre Kollegen machten sich Gedanken darüber, welcher Grad der minimalen physischen Aktivität für die Menschen nützlich sein würde, die bereits einen Schlaganfall oder einen Infarkt überstanden hätten und den größten Teil ihrer Zeit im Sessel oder auf dem Sofa liegend verbringen.

    Sie haben eine Gruppe aus 132 Freiwilligen organisiert, die an der koronaren Dekompensation gelitten hätten, und beobachtet, wie oft sie sich bewegt und was sie dabei gemacht hätten. Dafür sei jedem Teilnehmer des Experiments eine spezielle Armbanduhr ausgehändigt worden, die den Stand der Aktivität verfolgt und an die Forscher weitergegeben hätte.

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    © Sputnik / Konstantin Tschabalow
    Für Forscher war von Interesse, wie stark der Grad der physischen Aktivität bei den Herzkranken und bei denjenigen ist, die keine derartigen Probleme empfinden. Die Beobachtungen zeigten, dass Menschen, die an Herzkrankheiten litten, sich tatsächlich nicht so aktiv bewegt und um 770 Kilokalorien weniger verbrannt hätten, als ihre gesunden Altersgenossen.

    Dies soll, wie die Forscher behaupten, zur Akkumulation des Cholesterins und anderer schädlicher Fette im Organismus geführt haben. Diese Stoffe können sich an den Arterienwänden absetzen, was die Wahrscheinlichkeit eines Reinfarktes oder eines rezidiven Schlaganfalls wesentlich erhöhe.

    Dies zu vermeiden wäre möglich, wenn man alle zwanzig Minuten aufstehen und durch das Büro, die Wohnung oder im Freien bummeln würde. In diesem Fall müsste sich das Risiko eines Rückanfalls bis auf minimale Werte verringern, versichern die Forscher.

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    Tags:
    Risiko verringern, Schlaganfälle, Infarkte, Herzerkrankungen, physische Aktivität, Canadian Cardiovascular Congress (CCC), University of Alberta in Edmonton, Kanada, Ailar Ramadi, Toronto, Kanada