13:54 15 November 2018
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    Massenhafter Insektenschwund weltweit – was steckt dahinter?

    © Foto: Igor Podgorny
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    Forscher aus den USA und Mexiko haben eine deutliche Verringerung der Insektenanzahl im tropischen Regenwald des unter Naturschutz stehenden Nationalparks „El Yunque“ in Puerto Rico festgestellt. Darüber schreibt das Fachmagazin „Science Alert“.

    Neben den Insekten sind zudem viele insektenfressende Tiere verschwunden. Den Experten zufolge schildert dies eine Welttendenz, die weltweit die gesamte Lebensmittelsicherheit gefährdet, da die Gliederfüßler zur Bestäubung von vielen Landwirtschaftskulturen nötig sind.

    Bienen auf dem US-Stützpunkt in Virginia (Archivbild)
    CC0 / U.S. Air Force/Master Sgt. Carlos Claudio
    Im Jahr 2014 hatte eine internationale Forschergruppe ausgerechnet, dass sich innerhalb der letzten 35 Jahre die Anzahl solcher Wirbellosen wie Bienen und Käfer um 45 Prozent verringert hätte. Am meisten hätte darunter Europa gelitten, aber zurzeit erfolge das Verschwinden von Insekten auch auf dem amerikanischen Doppelkontinent. Im Jahr 2017 hatte eine andere Gruppe von Fachleuten die  abnehmende Anzahl von fliegenden Insekten in Deutschland studiert und vermutet, dass der Grund dafür in den Pestiziden und der Vernichtung ihres Lebensmilieus liege.

    Die Forscher haben eine Bezifferung von Wirbellosen in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts sowie im Jahr 2013 vorgenommen. Es stellte sich heraus, dass die Biomasse der Gliederfüßler im Laufe von 40 Jahren bedeutend zurückgegangen sei und somit ein Viertel oder gar ein Achtel von der ursprünglichen Quantität erreicht habe. Von Januar 1977 bis Januar 2013 verringerte sich die Zahl der gefangenen Insekten demnach um das Sechzigfache.

    Die Anzahl der insektenfressenden Anolis-Echsen (auch Saumfingerechsen – Anm. d. Red.) habe sich um 30 Prozent verringert, und einige Arten seien überhaupt aus dem Wald verschwunden. Die Zahl der Frösche und der Vögel sei auch zurückgegangen. So habe sich beispielsweise das Einfangen von Puerto-Rico-Todis (Vogelart — Todus mexicanus), die sich von Gliederfüßlern ernähren, um 90 Prozent vermindert.

    Die Fachleute verbinden dies mit der globalen Erwärmung. Im Laufe von 40 Jahren stieg die Lufttemperatur in den tropischen Regenwäldern um 2, 2 Grad Celsius. Das stört den Vermehrungszyklus von Insekten, die nicht imstande sind, Eier abzulegen, und ruiniert zugleich die Nahrungsketten, weil Gliederfüßler als Nahrungsbasis für viele andere Tiere dienen.

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    Tags:
    Nahrungskette, Anolis-Echsen, Verschwinden, Gliederfüßler, Insekten, Nationalpark "El Yunque", US-Fachblatt "Science Alert", Europa, Deutschland, USA, Puerto Rico