22:36 17 November 2018
SNA Radio
    Stadtbeleuchtung mal anders: China will eigenen „Mond“ ins Weltall schießen

    Stadtbeleuchtung mal anders: China will eigenen „Mond“ ins Weltall schießen

    © Sputnik / Ramil Sitdikow
    Panorama
    Zum Kurzlink
    43127

    Die Chinesen wollen ihren eigenen Mond. Oder besser: Sie wollen einen kleinen Satelliten in der Erdumlaufbahn, der nachts die Stadt Chengdu beleuchtet und die Straßenbeleuchtung überflüssig macht. Experimente solcher Art hatte auch Russland in den 90er Jahren schon durchgeführt.

    Die Stadt Chengdu im Südwesten Chinas will 2020 einen Beleuchtungssatelliten, der auch als „künstlicher Mond“ bezeichnet wird, ins Weltall schießen. Das erklärte Wu Chunfeng, Vorsitzender des Chengdu Aerospace Science and Technology Microelectronics System Research Institute.

    Ziel des Satellitenprogramms ist es, dass der Satellit ergänzend zum Mond hinzutritt, die Stadt bei Nacht beleuchtet und so die Straßenbeleuchtung ablöst. Dabei soll der „künstliche Mond“ als Spiegel Sonnenlicht auf die Erde lenken und etwa achtmal so stark leuchten wie sein wirkliches Vorbild, der Mond. Der „Kunstmond“ soll auf diese Weise ein Gebiet mit dem Durchmesser von zehn bis achtzig Kilometern beleuchten. Die zu bestrahlende Fläche soll bis auf wenige Meter genau eingestellt werden können.

    Mit einer solchen Beleuchtung aus der Luft könnten enorme Stromkosten von bis zu 170 Millionen Dollar eingespart werden. Entsprechend sollen bei einem erfolgreichen Test weitere Satelliten dem ersten Mond folgen. Besorgt zeigen sich einige Leute etwa wegen nachtaktiver Tiere, die durch das Licht in ihrem Biorhythmus gestört werden könnten.

    Den „Fake-Mond“ haben die Chinesen mit diesem Vorhaben allerdings nicht erfunden. Russland experimentierte bereits seit den 1990er Jahren mit faltbaren Spiegeln im All, die Sonnenlicht auf die Erde werfen sollten. Zwei Experimente wurden durchgeführt – Znamja 2 und Znamja 2,5. Das erste führte zu einer erfolgreichen Beleuchtung der Erde aus dem All. Beim zweiten Versuch gab es einen technischen Fehler – das Experiment lief schief. Ein dritter Versuch, Znamja 3, wurde daraufhin mitsamt dem Programm eingestellt.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Raumfahrt, Weltall, Mond, Satelliten, Russland, China