23:16 12 November 2018
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    Im September 2015 gingen Bilder einer ungarischen Kamerafrau um die Welt, die an der ungarisch-serbischen Grenze Flüchtlinge, die eine Polizeiabsperrung  stürmen, getreten und ihnen ein Bein gestellt hatte.

    Freispruch für ungarische Kamerafrau nach Flüchtlingstritten

    © AFP 2018 / Index.hu
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    Armin Siebert
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    Im September 2015 gingen Bilder einer ungarischen Kamerafrau um die Welt, die an der ungarisch-serbischen Grenze Flüchtlinge, die eine Polizeiabsperrung stürmen, getreten und ihnen ein Bein gestellt hatte. Nach einer Verurteilung 2017 wurde die Journalistin nun in einem Revisionsverfahren freigesprochen.

    Die Kamerafrau Petra L. hatte, wie Filmaufnahmen zeigen, bei einem Ansturm von Flüchtlingen auf die ungarisch-serbische Grenze einem Flüchtling mit einem Kind auf dem Arm ein Bein gestellt. Außerdem tauchten Aufnahmen auf, wo Petra L. einem fliehenden jugendlichen Mädchen hinterhertritt. Diese Bilder hatten weltweit für Empörung gesorgt. 

    Dieser Fall wurde im Oktober 2017 vor einem ungarischen Gericht verhandelt, das Petra L. wegen Landfriedensbruchs zu einer Bewährungsstrafe verurteilte. Die Journalistin ging daraufhin in Berufung. Nun wurde das Urteil gegen sie vom Obersten Gerichtshof Ungarns aufgehoben. Der zuständige Richter sprach zwar von einem „moralisch falschen und illegalen“ Verhalten der Angeklagten, den Tatbestand des Landfriedensbruches sehe er jedoch nicht erfüllt. Letzten Endes handle es sich um eine Bagatelle, die außerdem inzwischen verjährt sei, heißt es in der Urteilsbegründung.

    Die Tätlichkeiten der Kamerafrau ereigneten sich unmittelbar zur Öffnung der deutschen Grenzen durch die Bundesregierung, die Anfang September 2015 zu großen Flüchtlingsbewegungen auf dem Balkan führte. Konkret kam es zu den Tätlichkeiten, als Petra L. für den ungarischen Internet-Fernsehsender N1TV filmte, wie Hunderte Flüchtlinge eine Polizeiabsperrung durchbrachen. Die Journalistin erklärte ihre aggressive Reaktion mit Panik angesichts der heranstürmenden Massen. Sie wurde nach Bekanntwerden der Vorfälle von ihrem Arbeitgeber entlassen.

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    Tags:
    Frau, Kamera, Flüchtlingswelle, Flüchtlingskrise, Serbien, Ungarn