08:37 16 November 2018
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    Bau der BND-Hauptzentrale in Berlin (Archivbild)

    BND-Umzug nach Berlin kostet 1,5 Milliarden Euro

    © AFP 2018 / DPA/ Joerg Carstensen
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    Armin Siebert
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    Bereits seit 15 Jahren wird der Umzug des Bundesnachrichtendienstes (BND) von Bayern nach Berlin geplant. Die Kosten sind inzwischen auf gigantische 1,5 Milliarden Euro angewachsen. Obwohl die neue BND-Hauptzentrale inzwischen eingeweiht wurde, sind erst 50 BND-Mitarbeiter aus Pullach nach Berlin gezogen.

    Der „Tagesspiegel“ berichtet, dass sich die Kosten für den BND-Umzug inzwischen auf 1,5 Milliarden Euro belaufen. Die Zahlen zu den Kosten des BND-Umzugs entstammen der Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion. Allein der Bau der neuen Zentrale der Auslandsaufklärung des deutschen Geheimdienstes auf der Chausseestraße, mitten im Zentrum Berlins, die im Sommer eingeweiht wurde, hat rund 1,068 Milliarden Euro verschlungen. In solch exponierter Lage kostet allein das zehn Hektar große Grundstück für die neue BND-Zentrale rund 67 Millionen Euro. Die Kosten hierfür werden vom Bund übernommen. Bauherrin des BND-Headquarters ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Diese hat die Liegenschaft  erworben und vermietet den Bau an den Geheimdienst. Der BND-Prachtbau ist das derzeit größte Bauprojekt des Bundes.

    Auch Lichterfelde wird ausgebaut

    Bedeutend mehr Kosten als geplant fallen für den zweiten BND-Standort in Berlin-Lichterfelde an. Dieser Stützpunkt auf dem Gelände einer ehemaligen Kaserne sollte ursprünglich nur ein Provisorium sein während der Bauzeit der Zentrale auf der Chausseestraße. Inzwischen hat man sich beim BND aber entschlossen, Lichterfelde als permanente BND-Außenstelle zu erhalten und auszubauen. Zu den bereits für Modernisierung und Umbau ausgegebenen 68 Millionen Euro soll nun für weitere rund 14 Millionen Euro ein „Lage- und Informationszentrum“ am Standort Lichterfelde errichtet werden.

    Kaum Interesse an Umzug nach Berlin

    Neben den Kosten von mehr als einer Milliarde Euro für den BND-Neubau in Berlin-Mitte sind der größte Posten der BND-Verlegung von Pullach bei München nach Berlin Umzugskosten von 300 Millionen Euro. Allerdings ist dieses Budget bisher bei weitem nicht ausgeschöpft, da es offenbar wenig Interesse gibt bei den Pullacher BND-Beamten, von Bayern nach Berlin zu ziehen. Bisher sind dem Ruf der Hauptstadt nur 50 Mitarbeiter aus Bayern gefolgt, wie der „Tagesspiegel“ berichtet. In Pullach arbeitet bisher knapp die Hälfte der rund 6500 BND-Mitarbeiter. Etwa 1000 Beamte und Angestellte sollen in Bayern verbleiben. Unklar ist, wie viele Mitarbeiter dem Ruf der Hauptstadt folgen werden. Der Arbeitgeber lockt jedenfalls mit finanziellen Anreizen wie Trennungsgeld und Umzugskostenvergütung. Ziel ist es, 4000 BND-Mitarbeiter in Berlin anzusiedeln. Bisher sind 2000 Geheimdienstler in Berlin, davon 800 im neuen Stammsitz auf der Chausseestraße und 1200 Leute am Außenstandort Lichterfelde.

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    Tags:
    Standort, Umzug, Preisanstieg, Geld, Bundesnachrichtendienst (BND), München, Bayern, Berlin, Deutschland