19:23 20 November 2018
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    Haftanstalt (Symbolbild)

    Unschuldig hinter Gittern – Neuer Verwechslungsfall in Nordrhein-Westfalen

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    Hat NRW ein Doppelgängerproblem? Laut Medienberichten soll es schon wieder zu einer Verwechslung in einer Haftanstalt gekommen sein. Demnach hat ein marokkanischer Flüchtling acht Monate lang eine Freiheitsstrafe in der Justizvollzugsanstalt Remscheid abgesessen, zu der er gar nicht verurteilt worden war – und keinem ist das aufgefallen.

    Der Mann hatte sich unter Angabe eines falschen Namens bei der Ausländerbehörde gemeldet, um seinen wegen Diebstahls zu mehrmonatiger Haft verurteilten Bruder zu schützen.  Dies wurde laut einem Bericht des WDR am Mittwoch im Rechtsausschuss des Düsseldorfer Landtags bekannt.

    Über einen weiteren Verwechslungsfall in NRW berichtet die Westfalenpost: Im März diesen Jahres ist im Kreis Unna ein Pole festgenommen und ins Gefängnis gesteckt worden, weil er das Pech hatte, den gleichen Vor- und Nachnamen zu haben wie ein per Haftbefehl gesuchter Verdächtiger. Zwei Monate saß der Mann unschuldig im Gefängnis bevor dieses Missverständnis aufgeklärt wurde.

    Noch immer beschäftigt sich der Rechtsausschuss im Düsseldorfer Landtag mit dem Tod eines ebenfalls wegen einer Namensverwechslung zu Unrecht inhaftierten Syrers Amad A., der Ende September 2018 seinen schweren Verletzungen erlegen ist. In seiner Zelle in der JVA Kleve soll der Mann selbst ein Feuer gelegt haben, laut Justizminister Peter Biesenbach vermutlich mit der Absicht, sich das Leben zu nehmen. Die Umstände des Zellenbrandes und die Frage, ob der Tod des 26-jährigen durch Eingreifen des Wachpersonals hätte verhindert werden können, konnten bis heute nicht abschließend geklärt werden. Am Montag legte Justizminister Peter Biesenbach (CDU) hierzu einen sechzigseitigen Bericht vor, mit dem sich der Rechtsausschuss des NRW-Landtages am Mittwoch beschäftigte.

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    Fehler, Festnahme, Gefängnis, CDU, Düsseldorf, NRW, Nordrhein-Westfalen, Deutschland