03:33 11 Dezember 2018
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    Altkanzler Gerhard Schröder (r.) mit seiner zweiten Frau Soyeon Schröder-Kim während ihrer Hochzeit in Berlin

    Staatsfeind der Ukraine: Schröders Ehefrau besorgt um Sicherheit ihres Mannes

    © AFP 2018 / Pool/ Kai-Uwe Wärner
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    Armin Siebert
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    Nachdem vorige Woche der Name Gerhard Schröders in der Liste der Staatsfeinde der Ukraine der berüchtigten Webseite „Mirotworez“ auftauchte, sorgt sich nun die neue Ehefrau des deutschen Ex-Bundeskanzlers real um die Sicherheit ihres Mannes und macht dem deutschen Außenminister Heiko Maas schwere Vorwürfe.

    Der Name des ehemaligen deutschen Kanzlers tauchte am 8. November in der Fahndungsliste der ukrainischen Website „Mirotworez“ ("Friedensstifter") auf. Begründet wird dies auf der Seite mit Schröders angeblichen Versuchen, die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine zu untergraben, Propaganda gegen die Ukraine zu betreiben und sich für eine Anerkennung der Krim als Teil der Russischen Föderation auszusprechen.

    „Ich bin als Ehefrau sehr besorgt und empört.“

    So sorgt sich die neue Ehefrau des Ex-Kanzlers Soyeon Schröder-Kim nun auch um die Sicherheit ihres Mannes. Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) sagte sie:

    „Ich bin als Ehefrau sehr besorgt und empört. In meinem Land und in meiner Kultur verstehen wir derartige Angriffe gegen einen demokratischen Politiker, insbesondere den ehemaligen Bundeskanzler, nicht.“

    Schröder findet sich auf der Liste in Gesellschaft inzwischen Tausender Politiker, Journalisten und Aktivisten. Darunter befinden sich auch viele Journalisten aus dem Ausland, die zum Teil einfach nur zur Berichterstattung in den selbsternannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk akkreditiert waren, unabhängig davon, ob sie positiv oder negativ berichteten. Viele dieser „Staatsfeinde der Ukraine“ werden auf der Website mit für jedermann einsehbaren Kontaktdaten und Privatadressen geführt.

    In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Todesdrohungen gegen auf der Liste von Mirotworez stehende Journalisten und Politiker. Einige der Journalisten wurden ermordet.

    Die Mirowtworez-Seite wurde 2014 von Anton Geraschenko, einem Berater des ukrainischen Innenministers, eingerichtet. Trotz zahlreicher Proteste aus dem Ausland hat die ukrainische Regierung die Website bisher nicht abschalten lassen.

    Enttäuscht von Maas

    Die Ehefrau des Altkanzlers wendet sich deshalb direkt an den deutschen Außenminister Heiko Maas:

    „Ich bin sehr enttäuscht darüber, dass eine deutsche Bundesregierung und insbesondere ein sozialdemokratischer Außenminister nicht den Mut findet, der ukrainischen Regierung glasklar zu machen, dass ein solches Verhalten für Deutschland nicht akzeptabel ist“, sagte Schröder-Kim dem RND.

    Es bleibt abzuwarten, ob das Auftauchen Schröders auf der „Todesliste“, Kiew zum Durchgreifen bewegen wird. Der Ex-Bundeskanzler scheint auch von offizieller Seite nicht sehr beliebt zu sein in der Ukraine. Erst im März hatte sich der ukrainische Außenminister Pavlo Klimkin für Sanktionen gegen den ehemaligen Bundeskanzler ausgesprochen.

    Gerhard Schröder gilt als persönlicher Freund des russischen Präsidenten Wladimir Putin und sitzt im Vorstand des russischen Gas-Multis Rosneft.

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    Tags:
    Sorgen, Fahndungsliste, Gefahr, Anschuldigungen, Separatismus, Webseite "Mirotworez", Auswärtiges Amt, Rosneft, Jens Spahn, Gerhard Schröder, Krim, Deutschland, Russland, Ukraine