21:53 16 Dezember 2018
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    Bundeswehr-Soldaten in Litauen (Archiv)

    Ist Bundeswehr zur Behandlung traumatisierter Soldaten nicht bereit?

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    Die medizinischen Versorgungsstrukturen der Bundeswehr sind auf die zunehmende Zahl der im Einsatz psychisch erkrankten Soldaten kaum vorbereitet. Dies berichtet die Tageszeitung „Die Rheinische Post“ unter Berufung auf die Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der AfD-Fraktion.

    Demnach sind knapp 76 Prozent der vorgesehenen Stellen in den psychiatrischen Abteilungen der Bundeswehrkrankenhäuser besetzt. Zudem  würden nur 48 der eingeplanten 160 Betten auch tatsächlich zur Verfügung stehen.

    Wie „Die Rheinische Post“  ferner schreibt, sind seit 2011 insgesamt 2311 einsatzbedingte psychische Neuerkrankungen diagnostiziert worden. Die tatsächliche Zahl der unter posttraumatischen Belastungsstörungen leidenden Soldaten sei unbekannt und dürfte sogar höher sein.

    Die Zahl der Behandlungen von Soldaten durch zivile Psychiater hat sich mehr als verfünffacht (von 1564 im Jahr 2011 auf 7836 im vergangenen Jahr). Bemerkenswert sei, dass diese Zivilisten jedoch keine wehrmedizinischen Untersuchungen durchführen dürften – dafür müssten die Soldaten dann bis zu 138 Kilometer weit fahren und zwei bis drei Monate auf den ersten Termin warten.

    Vor diesem Hintergrund soll der AfD-Sozialexperte René Springer die Bundesregierung aufgerufen haben, „ihre Fürsorgepflicht endlich ernst zu nehmen“. Die seit Jahren grassierenden Missstände müssten ihm zufolge „endlich beseitigt“ werden.

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    Tags:
    Erkrankungen, Bundesregierung, Bundeswehr, Soldaten