13:04 13 Dezember 2018
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    Berliner U-Bahn

    Internet-Steinzeitalter in Berliner U-Bahn bald vorbei

    CC BY-SA 3.0 / Jivee Blau / Zugtyp H97 mit Wagenübergängen
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    Das Land Berlin hat sich nach jahrelanger Diskussion dazu entschlossen, die Berliner U-Bahn flächendeckend mit einer schnellen Internetverbindung auszustatten. Darüber berichtet die Berliner Morgenpost.

    Wer mit der U-Bahn in Berlin unterwegs war und sein Smartphone nutzen wollte kennt das: Der Stream ruckelt, die Facebook-Nachrichten kommen nur mit Verzögerung an und die Internetseiten öffnen sich nur langsam oder auch gar nicht.

    Sobald der Zug in den Tunnel einfährt funktioniert der mobile Datenverkehr nur bedingt, was den Fahrgästen natürlich kein Vergnügen bereitet.

    Aber damit soll es nun bald vorbei sein. In der Berliner U-Bahn soll endlich, nach dem Vorbild des bereits erprobten Ausbaus auf den Linien U7 und U8, überall der Mobilfunkstandard LTE eingeführt werden. Die Kosten dafür übernehme das Land Berlin, berichtet die Morgenpost.

    Das spanische Telekommunikationsunternehmen Telefónica soll für den Ausbau der rund 120 Tunnelkilometer des Berliner U-Untergrundes etwa zwei Millionen Euro erhalten, heißt es in der Meldung.

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    WLAN werde weiterhin aber nur auf den U-Bahnstationen verfügbar sein. In den U-Bahnwagen sollen Nutzer verschiedener Mobilfunkanbieter folglich auf die eingebaute Sendetechnik zurückgreifen können.

    Die Pläne für den Funknetz-Ausbau bestätigten die Wirtschaftssenatorin Ramona Pop und die BVG-Sprecherin Petra Reetz.

    Nach Angaben der Senatorin Pop könnte das 4G-Netz „in der BVG ab Mitte 2019 verfügbar sein“.

    Reetz halte dieses Vorhaben für realistisch, habe sich jedoch auf keinen festen Termin festgelegt. Demnach hätten die nötigen Bauarbeiten zur Installation der Funktechnik in den U-Bahn-Tunneln zur Folge, dass die Züge entweder gar nicht oder nur langsam fahren müssten, so Reetz.

    Die Umsetzung dieser Initiative wurde erst nach dem Scheitern eines anderen großen Vorhabens möglich.

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    Zuvor nämlich führte die BVG Verhandlungen mit Telekom, Telefonica und Vodafone über einen flächendeckenden Funknetz-Ausbau. Nach vier Jahren konnten sich die Parteien jedoch auf keinen annehmbaren Finanzplan einigen, so dass die Berliner Regierung sich entschloss einen anderen Weg zu beschreiten.

    Einen Aspekt gilt es dabei aber noch zu klären.

    Aus rechtlicher Sicht darf das Land Berlin die Inhaber der Netzkonzessionen bei der Versorgung mit mobilen Datennetzen nur dann subventionieren, wenn ein „Marktversagen“ vorliegt.

    Demzufolge muss sich die Berliner Wirtschaftsverwaltung darauf berufen und dies von der EU in Brüssel absegnen lassen.

    Sobald das genehmigt ist, kann der Ausbau des U-Bahn-Netzes mit Mitteln aus dem Sondervermögen für Investitionen finanziert werden, wo nach Überschüssen der letzten Jahre laut Berliner Morgenpost drei Milliarden Euro zur Verfügung stehen.

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    Tags:
    Internetnutzer, Internetuser, Internet, U-Bahn, LTE, BVG, Deutsche Telekom AG, Vodafone, Berliner Morgenpost, Berlin, Deutschland