11:01 11 Dezember 2018
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    Zeichentrickfilm Mascha und der BärZeichentrickfilm Mascha und der Bär

    Jetzt nun auch „Mascha und der Bär” – Trickfilm soll „Kreml-Propaganda“ sein

    © Foto: imbd/Animaccord Animation Studio © Foto: imbd/Animaccord Animation Studio
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    Kritiker haben die russische Kinderzeichentrickserie „Mascha und der Bär“ als „Softpower“ bezeichnet und warfen ihren Machern von den „Animaccord“-Studios vor, damit, „Kreml-Propaganda“ zu betreiben. Darüber berichtet die britische Zeitung „The Times“. Die russische Seite hat darauf bereits reagiert.

    „Mascha hat einen durchsetzungsfähigen, unangenehmen Charakter, dabei ist sie entschlossen. Sie nimmt zu viel auf sich. Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass sie sich auf putinische Weise verhält.“, so Professor Anthony Glis von der Buckingham University, einer der Kritiker des Trickfilms.

    Der Charakter  des Bären hingegen soll, nach Meinung von Priit Hybemyagi von der Universität Tallinn, „das Bild Russlands im Bewusstsein der Kinder vom Negativen zum Positiven ändern“. In diesem Zusammenhang sieht Hybemyagi eine Bedrohung der nationalen Sicherheit Estlands.

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    Litauische Kritiker ihrerseits haben Kritik an Maschas Kopfbedeckung aus diversen Folgen, die der der Grenztruppen der UdSSR ähnelt, geäußert. Die Szene, in der Mascha einen Hasen aus dem Gemüsegarten des Bären vertreibt, soll als Demonstration Russlands zum „Schutz seiner Grenzen“ interpretiert worden sein.

    „Es ist schwer das zu kommentieren, wenn, dann nur mit einem großen Anteil an Ironie. In der Times hätte man schreiben sollen, dass sich Mascha wie Churchill verhält“,  sagte Dmitri Lovejko, der Chef der der „Animaccord“-Studios.

    Auf die Vorwürfe von „The Times“, wonach die Zeichentrickserie eine Propagandawaffe in den Händen des Kremls sei, reagierte Lovejko folgendermaßen: „[…] leider hatten wir seit zehn Jahren keine Kopeke (Untereinheit des Rubels – Anm. d. Red.) an staatlichem Geld. Und wir haben niemanden darum gebeten, weil wir ein rein kommerzielles Projekt sind“.

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    Die Botschaft der Russischen Föderation in London reagierte ebenfalls mit Ironie auf diese antirussische Veröffentlichung und schlug vor, eine Fachstelle für den Kampf gegen „Kremlpropaganda“ in Zeichentrickfilmen zu schaffen.

    ​„Ein wichtiges Problem wurde heute von @thetimes angesprochen: Wie kann sich Großbritannien vor „Mascha und der Bär“ retten? Ein spezielles Anti-Cartoon-Zentrum irgendwo im Baltikum schaffen? Alle Karikaturisten auf die EU-Sanktionsliste setzen? Es ist offensichtlich, dass man hier einen entschlossenen und sehr teuren Ansatz benötigt!“, so die Botschaft via Twitter.

    „Mascha und der Bär“ ist eine beliebte russische Kinderzeichentrickserie, die vom Animationsstudio „Animacord“ produziert wird.

    Gegenwärtig haben rund vier Millionen Youtube-Nutzer den englischsprachigen Kanal der Zeichentrickserie abonniert. Die Gesamtzahl der Klicks von „Mascha und der Bär“ beträgt mehr als vierzig Milliarden.

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    Tags:
    Cartoon, Vorwürfe, Zeichentrickfilm, Propaganda, Russland, Russische Botschaft in London, The Times, Großbritannien, Russland