03:52 11 Dezember 2018
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    Bild von U-Boot ARA San Juan (Archiv)

    Fund der „San Juan”: Anwältin äußert Verdacht gegen Regierung – EXKLUSIV

    © AP Photo / Esteban Felix
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    Die Anwältin Sonia Kreischer vertritt die Angehörigen der 44 Crewmitglieder des vor etwa einem Jahr verschollenen und vor kurzem entdeckten argentinischen U-Bootes „ARA San Juan“. Nun hat sie in einem Interview mit Sputnik die Entdeckung kommentiert und ihr Misstrauen gegenüber der Regierung sowie der Marine Argentiniens ausgedrückt.

    Kreischer hegt die Vermutung, dass die argentinischen Behörden und die Marine Argentiniens auch vorher gewusst hätten, wo sich das verschollene U-Boot befinde. Sie hätten dies jedoch erst jetzt verkündet.

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    Es seien Fotos gemacht worden, die bestätigen sollen, dass man diesen Ort während der Suchaktion „mehrmals passiert“ habe. „Sie haben diesen Bereich mehrmals untersucht“, so Kreischer.

    Die Regierung habe aber gegenüber dem Publikum den Ort erst jetzt genannt – wegen des „sozialen Drucks“. Früher sei es „unbequem“ gewesen, weil „das U-Boot nicht vorbereitet“ gewesen sei. Laut der Anwältin wandten sich die Familienmitglieder an die Richterin Marta Yáñez mit der Bitte, den Fundort der „San Juan” unberührt zu lassen.

    „Ich bitte darum, dass dieser Ort unberührt bleibt“.

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    Am 17. November hatte die argentinische Marine auf Twitter mitgeteilt, dass „nach der Untersuchung von Punkt 24, der vom US-Unternehmen Ocean Infinity mit einem ferngesteuerten Apparat in einer Tiefe von 800 Metern entdeckt wurde, der Standort des U-Bootes San Juan festgelegt werden konnte“.

    Die „ARA San Juan“ war am 15. November 2017 plötzlich vom Radar verschwunden, als sich das U-Boot auf der Fahrt von der Marinebasis Ushuaia zu seinem Stützpunkt in Mar del Plata befand. In der letzten Funkverbindung des vermissten U-Boots soll der Kapitän einen Kurzschluss und Schwelbrand im Batteriesystem gemeldet haben. An Bord befanden sich 44 Menschen, darunter auch Argentiniens erste U-Boot-Fahrerin Eliana Maria Krawczyk.

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    Laut Vertretern der US-Marine war am Tag des Verschwindens des U-Boots eine Explosion registriert worden, die mit der „ARA San Juan“ in Zusammenhang gestanden haben könnte.

    Spezialisten registrierten am 15. November „ein ungewöhnliches Unterseesignal“ im Gebiet des Verschwindens des U-Boots und teilten die entsprechenden Angaben dazu mit.

    15 Tage nach dem Verschwinden des U-Boots teilte die argentinische Marine mit, dass sie die Suche nach möglichen Überlebenden der 44-köpfigen Crew der „ARA San Juan“ einstelle, aber weiterhin nach dem U-Boot fahnden werde.

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