12:07 10 Dezember 2018
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    Schlachten Live? Fleischbetriebe bald bundesweit per Video überwacht

    © AP Photo / Virginia Mayo
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    Nach der bekanntgewordenen Misshandlung von Rindern in einem niedersächsischen Schlachthof setzt sich das Land Nordrhein-Westfalen für eine Video-Überwachung in Schlachtbetrieben ein, berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger“.

    „Ich finde den Ansatz, Schachthöfe durch Videoaufnahmen zu überwachen, richtig. Wir setzen uns jetzt für eine bundeseinheitliche Regelung ein“, zitiert die Zeitung die Umweltministerin von Nordrhein-Westfalen, Ursula Heinen-Esser.

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    Eine Video-Überwachung soll einerseits den Tierschutz und andererseits das Vertrauen der Verbraucher in die Fleischindustrie stärken.

    Daher sollten an der Initiative vor allem auch „die Hersteller ein Interesse haben“, so Heinen-Esser.

    Auch das Landwirtschaftsministerium Niedersachsens unterstütze die Video-Überwachung in deutschen Fleischbetrieben. Die Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast erklärte, es werde geprüft, ob eine verpflichtende Einführung von Überwachungskameras möglich sei.

    Ursula Heinen-Esser machte deutlich, dass Videotechnik lediglich ein Lösungsansatz unter vielen sei. Vielmehr gehe es um eine transparente Fleischindustrie, um den Verbrauchern klarzumachen, dass eine tiergerechte Haltung ihren Preis habe.

    Die Fleischproduzenten hingegen erklärten, dass Kameraüberwachung kein „Allheilmittel“ gegen Tierquälerei sei.

    Um den Tierschutz zu verbessern seien neben Videotechnik, die bereits in vielen Betrieben installiert worden sein soll, auch Tierschutzschulungen und konsequente Ahndungen bei Verstößen „gegen betriebliche Tierschutzvorgaben“ erforderlich, heißt es in einer Mitteilung des Verbandes der Fleischwirtschaft.

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    Hintergrund der Debatte um Tierschutz und zusätzliche Kontrollmöglichkeiten waren Berichte über Missstände in Schlachtbetrieben in Brandenburg und Niedersachsen.

    In Fehrbellin hatte ein Unternehmen nach dem Bekanntwerden der Misshandlungen von Rindern in seinem Fleischbetrieb die Schlachtung bis auf weiteres eingestellt.

    Im niedersächsischen Oldenburg hatte es Berichte über tierschutzwidrige Tötungen in einem Schlachtbetrieb gegeben.

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    Tags:
    Videoüberwachung, Betrieb, Tierquälerei, Kontrolle, Produktion, Tierschutz, Misshandlungen, Tiere, Fleisch, Fleisch, NRW, Brandenburg, Niedersachsen, Deutschland