07:56 17 Dezember 2018
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    Omar Schakir, Direktor von Human Rights Watch Israel zeigt die Angebote von Airbnb, die gelöscht wurden, im Westjordanland

    Legal, aber unmoralisch – Airbnb stoppt das Geschäft im besetzten Westjordanland

    © REUTERS / Mohamad Torokman
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    Die Online-Plattform Airbnb, die weltweit günstige Übernachtungsmöglichkeiten vermittelt, scheint sich nun der anhaltenden Kritik zu beugen und die umstrittenen Angebote im Westjordanland von ihrer Seite zu nehmen.

    In einer Pressemitteilung gab das US-Unternehmen am Montag bekannt, dass es nach reiflicher Prüfung zu dem Entschluss gekommen sei, die etwa 200 Eintragungen, die sich in den israelischen Siedlungsgebieten im Westjordanland befinden, aus seinem Angebot zu nehmen.  „Wir sind mit Sicherheit keine Experten, wenn es um die historischen Streitigkeiten in dieser Region geht. Unser Team hat es sich mit diesem Thema nicht leicht gemacht und wir haben darum gekämpft, den richtigen Ansatz zu finden“, heißt es in der Erklärung.

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    Übernachtungsangebote in den besetzten Gebieten zu vermitteln sei nach US-Recht erlaubt und deswegen habe Airbnb diese Politik bisher auch verfolgt. Außerdem wolle man Menschen aus vielen Orten der Welt zusammen bringen, wie nur irgend möglich. Jedoch müsse man als Plattform, die in 191 Ländern und Regionen und über 81.000 Städten aktiv ist, verantwortungsvoll handeln.

    Das Unternehmen habe die Situation unter Einbeziehung von Experten nach verschiedenen Gesichtspunkten geprüft und sei zu der Entscheidung gekommen, die Angebote aus den israelisch besetzten Gebieten im Westjordanland von der Seite zu löschen.

    Omar Schakir, Direktor von Human Rights Watch Israel, begrüßte auf Twitter den Schritt von Airbnb. Die Angebote aus dem Westjordanland von der Liste zu nehmen sei der einzige Weg, der Verantwortung in Bezug auf Menschenrechte zu entsprechen.

    Kritik kam hingegen von israelischer Seite. So bezeichnete beispielsweise Israels Tourismusminister Yariv Levin die Entscheidung von Airbnb als „beschämend und unglücklich“ und sprach von einer „diskriminierenden Entscheidung“.

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    Der palästinensischen Führung dagegen geht der Schritt des US-Unternehmens noch nicht weit genug, sie fordert von Airbnb, die israelischen Siedlungen in Ost-Jerusalem ebenfalls als illegal anzuerkennen, meldet Spiegel Online.

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    Tags:
    Angebot, Prüfung, Airbnb, Westjordanland, Palästina, Israel