16:35 15 Dezember 2018
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    Wasserwerfer-Einsatz in Deutschland (Symbolbild)

    Dumm gelaufen: London muss teure deutsche Wasserwerfer zu Spottpreis verkaufen

    © AFP 2018 / John MACDOUGALL
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    Teuer aus Deutschland importiert, nie benutzt und nun für einen Bruchteil des Geldes weiterverkauft – die Affäre um die drei Wasserwerfer aus Bundespolizeibeständen in Großbritannien findet laut einem Bericht der britischen Zeitung „The Guardian“ nach vier Jahren ein unrühmliches Ende.

    Fast könnte man Mitleid haben mit Boris Johnson wegen seines unglücklichen Projektes mit den drei nutzlosen deutschen Wasserwerfern. 2014, damals noch als Bürgermeister von London, ließ Johnson zu einem stolzen Preis von rund 85.000 Pfund die 25 Jahre alten Fahrzeuge der deutschen Bundespolizei einkaufen, weil Unruhen befürchtet wurden. Was er nicht bedacht hatte: Die Fahrzeuge durften gar nicht in Londons Straßen eingesetzt werden. Die damalige Innenministerin Theresa May untersagte den Einsatz der Wasserwerfer in England und Wales und Boris Johnson blieb auf den teuren, zudem aus Steuermitteln finanzierten Fahrzeugen sitzen.

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    Hinzu kamen nicht unbeträchtliche Kosten für die Modernisierung der Fahrzeuge, damit diese den Anforderungen entsprachen. So wurden seit 2014 insgesamt fast 323.000 Pfund in die Wasserwerfer investiert.

    Die überteuerten und unbrauchbaren Riesen wieder loszuwerden, und zwar zu einem halbwegs vernünftigen Preis, versprach vor knapp zwei Jahren der amtierende Bürgermeister von London Sadiq Khan. Sogar das Verteidigungsministerium wurde hinzugezogen, um Käufer im In- oder Ausland für die deutschen Wasserwerfer zu finden, jedoch mangelte es an Interessenten.

    Nun gehen die kostspieligen Gefährte für schlappe 11,025 Pfund an Reclamations Ollerton, einen Schrottplatz in Newark. Das teilte das Büro des Bürgermeisters am Montag mit. In seiner Stellungnahme sagte Sadiq Khan:

    „Ich freue mich, dass wir es geschafft haben, sie endlich loszuwerden. Ich habe ein Wahlversprechen an die Londoner gegeben, so viel Geld wie möglich zurückzuholen und es dafür zu investieren, jungen Menschen zu helfen, die gefährdet sind, von Kriminalität betroffen zu sein, und ihnen bessere Chancen für ihr Leben zu geben.“

    Peinlich für Boris Johnson und ärgerlich für den britischen Steuerzahler, aber wohl besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

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    Tags:
    Wasserwerfer, Verkauf, Affäre, Boris Johnson, Großbritannien, Deutschland