03:02 11 Dezember 2018
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    Dachshund (Symbolbild)

    Versteckte Gesundheitsgefahr durch Gassigang - Forscher klären auf

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    Parasitologen haben festgestellt, dass jeder fünfte Ausflug mit dem Hund damit endet, dass der Schützling Eier von Parasitenwürmern Toxocara mit nach Hause bringt, die für die Gesundheit von Augen und anderen Organen des Menschen gefährlich sind. Ihre Schlussfolgerungen sind dem Fachmagazin „Veterinary Parasitology“ zu entnehmen.

    „Unsere Untersuchung zeigt, dass die Eier der Parasiten an den Pfoten der Tiere und den Schuhsohlen der Menschen vom infizierten Boden in Wohnräume übertragen werden können. Sogar gesunde, nicht von den Parasiten infizierte Tiere können an der Verbreitung der Würmer beteiligt und Risikofaktor für die Infizierung des Menschen mit Toxocarose sein“, erzählt Alexander Chrustaljow vom Forschungsinstitut für Parasitologie von Tieren in Moskau.

    Menschen haben seit alten Zeiten sehr gut gewusst, welche Gefahr parasitäre Würmer tragen, und versucht, aktiv gegen diese anzukämpfen. Wie Forscher heute behaupten, konnten sogar die Neandertaler antiparasitäre Brühen und Heilmittel zubereiten, und die ersten Ärzte und Denker der antiken Zeit, darunter Hippokrates, hinterließen umfassende Beschreibungen von Parasiten und den Methoden des Kampfes gegen sie.

    Außer klassischen Parasiten wie Helminthen, Bullseyen und Schweinebandwürmer werden die Menschen auch von anderen, weniger merkbaren, dabei aber gefährlicheren „Schmarotzern“ befallen. Dazu gehören Toxocara canis – Nematoden-Würmer, die in die Lungen und die Leber des Menschen gelangen und dort chronische Entzündungen hervorrufen.

    Am meisten erkranken Kinder im jüngeren Vorschulalter, die mit Haustieren oder herrenlosen Hunden und Katzen kontaktieren, durch Toxocarose. Sogar in den entwickelten Staaten übertragen etwa 14 Prozent der Kindergartenkinder und der Schüler diese „Infektion“, und in den Ländern der Dritten Welt sind diese Würmer überall verbreitet.

    Laut dem Pressedienst des Russischen wissenschaftlichen Fonds, der diese Forschung unterstützt, entdeckten Chrustaljow und seine Kollegen eine der Hauptquellen der Ansteckung durch diesen Parasiten in Russland, wobei sie untersucht hatten, wie oft die Eier dieser Nematoden an den Fußsohlen und Schuhen von Hundehaltern, den Pfoten ihrer Tiere sowie an den Schuhen von Menschen, die keine Haustiere besitzen, angetroffen werden.

    Wie sich herausstellte, gab es wesentliche Unterschiede zwischen ihnen – die Eier der Toxocaren wurden an den Fußsohlen eines jeden zehnten Hundebesitzers oder an den Pfoten eines jeden fünften Hundes angetroffen, waren aber nicht an den Schuhen aller Teilnehmer des Experiments, die keine Haustiere besaßen.

    Trotz einer geringen Anzahl von Eiern einer jeden solchen Partie können sie sich laut den Forschern im Organismus anhäufen und systemhafte Probleme im Organismus oder schwere Augenentzündungen hervorrufen, wenn es den Wurmmaden gelingt, in das Innere der Sehorgane zu gelangen.

    Womit diese Unterschiede zusammenhängen, wissen die Wissenschaftler noch nicht, doch sie vermuten, dass die Hundehalter öfter auf „angestecktem“ Boden Gassi gehen, als Menschen, die keinen „besten Menschenfreund“ haben.

    „Die Übertragung der Eier der Toxocaren vom Boden auf Hundepfoten und Menschenschuhen – das ist ein realer Faktor der Übertragung von Toxocarose, der bei der Einschätzung von Ansteckungsrisiken unbedingt in Betracht genommen werden muss. Daher ist dies ein Grund anzunehmen, dass für Hunde eine Infizierung ‚durch Pfoten‘ einer der wahrscheinlichsten Wege für die Toxocarose-Übertragung ist. Um dies zu bestätigen, brauchen wir detailliertere Forschungen“, schloss der Wissenschaftler.

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    Tags:
    Infektion, Würmer-Nematoden, Hundepfoten, Toxocarose, Forschungsinstitut für Parasitologie der Tiere in Moskau, Veterinary Parasitology, Alexander Chrustaljow, Russland